Mit bescheidenen mathematischen Mitteln lässt sich die Funktion
nur bei einem idealisierten, unendlich hohen Potentialtopf tatsächlich berechnen. Es kann hierbei angenommen werden, dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit außerhalb des Topfes (im Bereich I und III) null ist, und dadurch auch die
-Funktion; denn für eine unendlich hohe Potentialwand gilt für die Funktion außerhalb des Topfes:
Denn wenn das Argument einer Exponentialfunktion immer größer wird, so wird der Wert des Integrals bis null der Exponentialfunktion immer kleiner.
Dies ist nur möglich, wenn
für
und
null ist und daraus folgt wegen der Stetigkeit auch
und
. Man betrachte nun die allgemeine Lösung der Schrödinger-Gleichung mit diesen Randbedingungen. Sei
wie vorhin der Wurzelausdruck, so gilt (siehe Lösung der Differentialgleichung):
Die erste Randbedingung erfordert nun:
Der Cosinus von null ist
, der Sinus von null ist null. Daher bleibt
, womit die erste Konstante bestimmt wäre. Als Funktion bleibt somit
. Aus der zweiten Randbedingung folgt:
Diese Gleichung ist erfüllt, wenn
gilt. Wenn aber
als auch
null sind, gilt
. Unmöglich könnte dann die Gesamtwahrscheinlichkeit
sein. Anstatt
zu setzten, gibt es noch andere Lösungsmöglichkeiten für die Gleichung. Der Sinus ist dann null, wenn gilt
; wenn also das Produkt aus
und
ein Vielfaches von
ist.
umgestellt ergibt
. Daraus folgt für die Funktion:
Bleibt noch
zu bestimmen. Dies gelingt mit der Bedingung, dass die Gesamtwahrscheinlichkeit
sein muss (diese Bedingung nennet man auch Normierungsbedingung):
Das Integral von null bis
einer Sinusfunktion
ist immer
. Daher gilt für die Wahrscheinlichkeit
, und die muss
sein:
Nun sind alle Konstanten bestimmt und für die Funktion gilt:
Es sind also offensichtlich mehrere Zustände
möglich, die alle Bedingungen erfüllen. Es zeigt sich, dass
die Anzahl der Amplituden angibt. Interessanterweise gibt es nun Stellen
innerhalb des Topfes, an denen Elektronen gar nicht angetroffen werden. Ferner ergeben sich für sehr Große
so viele Amplituden, dass zwei benachbarte Amplituden von endlich kleinen Messgeräten nicht mehr auseinander gehalten werden können; messbar ist dann nur eine gleichmäßige Wahrscheinlichkeitsverteilung, wie bei der klassischen Physik. Für hohe („alltägliche“) Energien gilt die klassische Mechanik also näherungsweise weiterhin.
Welche Energien können Elektronen in einem solchen Potentialtopf annehmen? Dies folgt aus der oben verwendeten Beziehung
. Setzt man für
den Wurzelausdruck wieder ein, erhält man (mit
, im Topf):
Dies ist bemerkenswerterweise dieselbe Formel, wie sie auch aus der Bohr’schen Theorie folgt.