Philosophie auf Karteikarten/ Buchstabe D
Kleines Wörterbuch der Philosophie - Buchstabe D
Definition
ist der Versuch, die Bedeutung eines Wortes oder eines Begriffs möglichst genau und knapp in Worte zu fassen. Man unterscheidet analytische Definitionen, synthetische Definitionen und Explikationen.
Demokratie
heißt Volkssouveränität. Eine besondere Form der Demokratie ist die Direkte Demokratie
Denken
ist das Sich-Verbinden mit der Welt. Das Denken kann sich entweder mit der Wahrnehmung verbinden oder mit den Vorstellungen oder mit den Ideen. Gedanken sind geformte Energie. Das Denken ist meistens sprachlich. Es gibt aber auch ein vorsprachliches Denken. Das Denken ist eine kognitive Leistung. Es ist im Gegensatz zur subjektiven Wahrnehmung und zu den subjektiven Vorstellungen wenigstens objektiv, weil auf das Objekt bezogen.
Denkgesetze:
Die Denkgesetze gehen auf Aristoteles zurück. Sie liegen jeder zweiwertigen Logik zugrunde:
Satz der Identität
Auf Aristoteles wird der Satz der Selbstidentität aller Dinge, d. h. die für jedes a gültige Feststellung a = a zurückgeführt. Auf Leibnitz geht das Prinzip der Identität ununterscheidbarer Dinge zurück, bei ihm ein metaphysischer Grundsatz, demzufolge für Dinge aus einem Diskursuniversum gilt: Wenn A und B qualitativ dentisch sind (d. h. wenn ihnen genau dieselben Eigenschaften zukommen) sind sie auch numerisch identisch (a = b).
Satz vom Unterschied
Wenn alles mit sich selbst identisch ist (A=A), dann ist auch alles von allem anderen Verschieden (a ≠ b). Dieses nenne ich den Satz vom Unterschied, den ich dem Satz der Identität als gleichberechtigt an die Seite stellen möchte. Ich kam auf den Satz durch Untersuchungen der „Wissenschaft der Logik“ von Hegel.
Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch
Auf Aristoteles zurückgehend, besagt der Satz vom Widerspruch, dass es unmöglich ist, eine Aussage zugleich zu bejahen und zu verneinen.
Satz vom ausgeschlossenen Dritten
Ebenfalls auf Aristoteles zurückgeführt, besagt der Satz vom ausgeschlossenen Dritten, dass die Disjunktion einer Aussage und ihrer Negation stets eine gültige Aussage, also eine Tautologie ist. Dieser Satz ist verwandt, aber nicht identisch mit dem Prinzip der Zweiwertigkeit. Eine Logik, die dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten folgt und in der Schlüsse erlaubt sind, die dem diskursiven Syllogismus entsprechen, ist notwendig zweiwertig.
Satz vom zureichenden Grunde
Ein logisch-metaphysischer Grundsatz von Gottlieb Wilhelm Leibnitz, der besagt, dass jedes Ereignis eine Ursache haben muss beziehungsweise dass es für jede wahre Aussage einen Grund gibt, aus dem sie wahr ist. Als Handlungsanweisung interpretiert, fordert der Satz vom zureichenden Grunde, dass jede wahre Aussage durch eine andere Aussage begründet werde, deren Wahrheit bewiesen ist. Die möglichen Verstöße gegen diese Handlungsanweisung heißen Zirkelschluss und petitio principii.
Fortsetzung
'Der Mensch ist das Maß aller Dinge
Ausspruch von Protagoras, mit dem er dem Relativismus aller Dinge und aller Erkenntnis Ausdruck verleihen wollte. Man darf den Satz allerdings nicht als eine anthropozentrische Anmaßung missverstehen.
Determinismus:
Der absolute Determinismus und der absolute Indeterminismus sind die beiden äußeren Pole der Existenz, die sich zwischen Abhängigkeit und Freiheit bewegt. Der Determinismus hat von der Möglichkeit des Zufalls einmal abgesehen, seine Gültigkeit in der physischen Welt. Der Indeterminismus hingegen hat seine Gültigkeit in der geistigen Welt und bei Gott. Zwischen diesen beiden Polen von Abhängigkeit und Freiheit erstreckt sich eine ganze Hierarchie von Zwischenstufen. Die Pflanze als Lebewesen ist schon etwas weniger determiniert, als die bloß physische Materie, das Tier ist noch weniger determiniert, der Mensch steht vielleicht irgendwo in der Mitte zwischen Determinismus und Freiheit, und noch höhere Wesen sind entsprechend noch freier, als der Mensch. Beuys sagte einmal: „Nicht ist der Mensch nur frei, und nicht ist er nur abhängig, sondern er arbeitet mit diesen beiden Elementen in sinnvoller eise. Das sollte sein.“ Die Freiheit ist grundsätzlich eine relative Größe. Man kann immer nur mehr oder weniger frei sein. Man nennt diese Position einen Kompatibilismus, weil der Indeterminismus mit dem Determinismus, vereinbar, also kompatibel ist.
Dialektik (griech.: „die Kunst der Unterredung“)
die Kunst der Beweisführung, die Wissen-schaft der Logik. Auch die Kunst von Rede und Gegenrede. Bei Hegel die Vereinigung der Gegensätze (These und Antithese) in einer Synthese als dialektischer Denkbewegung.
Die Natur macht keine Sprünge.
Ausspruch von Einstein, mit dem er seiner Skepsis gegenüber der Quantenphysik Ausdruck verleihen wollte, in alle Größen nur noch gequantelt, und damit diskret auftreten.