Philosophie auf Karteikarten/ Buchstabe W

Kleines Wörterbuch der Philosophie - Buchstabe W

wahr

ist immer nur eine Aussage, die mit den (beobachtbaren und nicht-beobachtbaren) Tatsachen übereinstimmt (Korrespondenztheorie der Wahrheit). Dieser Wahrheitsbegriff entspricht der Korrespondenztheorie der Wahrheit, die auf Aristoteles zurückgeht (Metaphysik, Buch Teta) Andere Wahrheitstheorien sind der Falsifikationismus, die Kohörenztheorie der Wahrheit und die Konsenstheorie der Wahrheit. Es gibt keine absolute Wahrheit. Wahrheit ist immer nur relativ.

Wahrheitstheorie:

Unter einer Wahrheitstheorie versteht man eine Theorie, die angibt, unter welchen Bedingungen ein Urteil, ein Satz oder eine Aussage wahr ist oder als wahr gelten kann. Unterscheiden und heute noch diskutiert werden vor allem die vier folgenden Wahrheitstheorien:

- die Korrespondenztheorie der Wahrheit (Aristoteles, Thomas von Aquin u.a.)

- der Falsifikationismus (Karl Popper, Hans Albert)

- die Kohärenztheorie der Wahrheit (Wiener Kreis, Nikolas Rescher)

- die Konsenstheorie der Wahrheit (Jürgen Habermas)

wahrnehmen

heißt das Erleben des Bewusstseins eines außenweltlichen oder eines innenweltlichen Wirklich-Gegenständlichen durch die äußeren Sinne oder durch den „inneren“ Sinn unmittelbar. Die Wahrnehmung ist im Gegensatz zum objektivierenden Denken grundsätzlich subjektiv, da auf das Subjekt bezogen. Das Denken kann sich mit der Wahrnehmung verbinden mit dem Ziel von Wahrnehmungserkenntnis.

wahrscheinlich

ist etwas, das einen mehr oder weniger großen Anspruch auf Wahrheit erhebt, ohne ausreichend viele Gründe dafür zu bieten.

Weisheit

ist angewandtes Wissen. Praktische Weisheit ist das Ziel der Erziehung, während Wissen das Ziel der Bildung ist.

Welt

ist der Horizont alles Sozialen. „Die Welt ist alles, was der Fall ist.“ (Erster Satz von Wittgenstein im Tractatus.)

Wert:

Unabhängig von der Frage, was ein Wert genau ist, denn das ist eine ziemlich schwierige philosophische Frage, die von der Wertphilosophie untersucht wird, unterscheidet man folgende Werte:

- religiöse Werte

- ästhetische Werte

- politische Werte

- soziale Werte

- moralische Werte

- Sachwerte, Tauschwerte, Gebrauchswerte (Ökonomie)

- Zahlenwerte, Messwerte (Naturwissenschaft)

- Wahrheitswerte in der Logik und der Mathematik

Wesen

meint das An-Sich eines Gegenstande oder eines Begriffes. So sprechen wir etwa von Wesensgemäßen Begriffen.

Willensfreiheit:

Zunächst einmal scheint es die Willensfreiheit überraschender Weise „nicht“ zu geben, denn der Wille ist grundsätzlich eine abhängige Größe. Er ist abhängig von den Trieben, den Begierden und den Leidenschaften. Wie kann er da frei sein? Doch nur, wenn er irgendwie von der Freiheit bestimmt wird. Die Freiheit ist aber bedingt durch das Denken. Wenn wir nun den Willen durch unser Denken und der Vernunft bestimmen, wenn wir den Willen also unter die Herrschaft des Denkens und der Vernunft stellen, so wird unser Wille tatsächlich frei.

Ich habe Euch eine freien Willen gegeben, und den werde ich Euch auch niemals nehmen. (Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott)

Wirklichkeit

meint das Wirkliche, die Welt, so wie sie uns in Erscheinung tritt. Dabei ist nicht nur das wirklich, was ich wahrnehme, sondern auch das, was ich denke. Erst beides zusammen ergibt die volle Wirklichkeit.

Wissen

ist die Gesamtheit (Summe) der Erkenntnisse und Erfahrungen. Theoretisches und praktisches Wissen ist das Ziel der Bildung, während Weisheit das Zeil der Erziehung ist.

Wissenschaft

ist „der Inbegriff der Gesamtheit menschlichen Wissens der Erkenntnisse und Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird.“ (Wiki)

Wissenschaftstheorie

ist die Wissenschaft von der Wissenschaft, ihren Inhalten und ihrem Geltungsbereich. Die Wissenschaft ist eine Metadisziplin. Sie ist ein Teilbereich der Philosophie

Würde

meint Werden seinem Wesen nach. Der Mensch ist ein Weltenwerdewesen. Würde kann aber auch als Wert verstanden werden. Würde ist ein intrinsisches Prinzip.