Einleitung
Dass eine Primzahl eine natürliche Zahl größer eins ist, die nur durch eins und sich selbst teilbar ist, kann man als Eigenschaft der Primzahl bezeichnen. Es ist die Eigenschaft, über die sich die Primzahl definiert. Daneben hat die Primzahl noch eine Menge anderer Eigenschaften.
Einige dieser Eigenschaften sind trivial, haben aber Auswirkungen auf Zahlen, die aus diesen Primzahlen zusammengesetzt sind. Andere Eigenschaften treffen auch auf Zahlen zu, die keine Primzahlen sind, und die deswegen nur bedingt als Primzahlkriterium eingesetzt werden können.
Außer 2 ist jede Primzahl ungerade und hat deshalb die Form
oder
. Auf äquivalente Weise könnte man sagen eine ungerade Zahl hat die Form
oder
, denn
. Die beiden möglichen Formen spielen eine unterschiedliche Rolle bei ungeraden, zusammengesetzten natürlichen Zahlen.
- Wenn eine solche Zahl die Form
besitzt, muss sie eine ungerade Anzahl an Primfaktoren der Form
besitzen, also mindestens einen Primfaktor dieser Form.
- Eine ungerade natürliche Zahl der Form
wiederum hat entweder keine Primfaktoren der Form
oder ihre Anzahl ist gerade.
- Das lässt sich über folgende Sätze zeigen:
- Das Produkt zweier Zahlen der Form
hat die Form

- Das Produkt zweier Zahlen der Form
hat die Form

- Das Produkt einer Zahl der Form
und einer Zahl der Form
hat die Form

Primzahlen, die größer als drei sind, haben entweder die Form
oder
. Statt der Form
kann man auch sagen die Zahl sei der Form
, denn
Zahlen der Form
und
sind gerade, also keine Primzahlen. Eine Zahl der Form
ist durch 3 teilbar und deshalb ebenso keine Primzahl. So trivial das Ganze ist, hat es doch eine Auswirkung, zum Beispiel auf Carmichael-Zahlen einer bestimmten Form.
- Eine Zahl
mit drei Primfaktoren
und 
- ist eine bestimmte Form der Carmichael-Zahl. Dabei kann die Primzahl
nur der Form
sein, denn für
gilt

- eine Zahl teilbar durch 3, und deshalb keine Primzahl. Es gilt also:
und 
- und damit ist die Aussage äquivalent mit dem Satz:
- Eine Zahl mit den drei Primfaktoren
und
ist eine Carmichael-Zahl.
Binomialkoeffizient
Für eine Primzahl
gilt:
teilt
für alle
mit
. Warum das so ist und warum die Umkehrung (Wenn für eine natürliche Zahl
gilt, dass
teilt
für alle
mit
, dann ist
eine Primzahl) gilt, lässt sich an der folgenden Überlegung verdeutlichen:
- Angenommen man hat eine zusammengesetzte Zahl
. Als Beispiel nehmen wir die Zahl
. Mit der
betrachten wir zwei Fälle, nämlich
und
. Im ersten Fall ist
. Wenn wir den Bruch auskürzen wollen, werden wir feststellen, dass von den Zahlen über dem Bruchstrich nur eine einzige Zahl durch
teilbar ist, nämlich die
selbst. Daraus folgt, dass die Zahl, die den Bruch
repräsentiert, gar nicht durch
teilbar sein kann. Das gleiche gilt für
. Auch hier ist die einzige Zahl über dem Bruchstrich, die durch
teilbar ist, die
selbst. Warum ist das so? Weil in einem Produkt aus
aufeinander folgenden Zahlen genau eine Zahl durch
teilbar sein muss. Bei einer Primzahl trifft dieser Fall genau für
zu. Aber dieser Binomialkoeffizient spielt für die Eigenschaft von Primzahlen bezüglich der Binomialkoeffizienten gar keine Rolle.
Babbage und Wolstenholme
Der kleine Fermat
Die folgenden Eigenschaften haben mit dem kleinen fermatschen Satz zu tun und haben zu Primzahltests auf Basis von Wahrscheinlichkeiten geführt. Natürliche Zahlen, die keine Primzahlen sind und diese Tests trotzdem bestehen, also aufgrund dieser Tests fälschlicherweise als Primzahlen angesehen werden könnten, sind fermatsche Pseudoprimzahlen.
Der kleine Fermatsche Satz
Angeblich war chinesischen Mathematikern schon ca. 500 v. Chr. bekannt, dass für jede Primzahl
gilt, dass
die Zahl
teilt. Sie vermuteten allerdings fälschlicherweise, dass auch die Umkehrung stimmt; dass also, wenn
die Zahl
teilt, dieses
eine Primzahl sein muss.
Die Verallgemeinerung
- Wenn
eine Primzahl ist, dann gilt, dass
jedes
teilt.
ist nach dem Juristen und Amateur-Mathematiker Pierre de Fermat als kleiner fermatscher Satz bekannt geworden. Benutzt wird aber eher folgende Variante:
- Wenn
eine Primzahl ist, dann gilt
für jedes zu
teilerfremde
.
Der Satz lässt sich einschränken auf: Wenn
eine Primzahl ist, dann gilt für alle
dass
ist.
Umgekehrt gilt nicht dass eine Zahl
, wofür
für jedes zu
teilerfremde
,unbedingt eine Primzahl ist. Ist
keine Primzahl, dann nennt man sie Carmichael-Zahl.
Euler
Eine etwas stärke Eigenschaft, die sich auf den kleinen fermatschen Satz zurückführen lässt, ist folgende:
Wenn
eine Primzahl ist, so gilt für jede zu
teilerfremde natürliche Zahl

Es gilt folglich entweder

oder

Diese Folgerung wird Leonhard Euler zugeschrieben.
Es lässt sich beweisen dass im ersten Fall die Zahl
modulo
ein quadratischer Rest ist, und im zweiten Fall ein quadratischer Nichtrest. Es gilt also die Kongruenz:
.
Dabei ist

das Legendre-Symbol, ein Spezialfall des Jacobi-Symbols, das die gleiche Schreibweise hat, und für Primzahlen p übereinstimmen.
Der Beweis stützt auf der Ergebnisse:
- Es gibt modulo p genau (p-1)/2 Quadratreste.
- Die Gleichung
hat nicht mehr als (p-1)/2 Lösungen.
Wenn a ein Quadratrest modulo p ist, gilt
, also

Es sind also genau die (p-1)/2 Quadratreste wofür gilt
Fuer die restliche Zahlen a, die quadratische Nichtreste, gilt:

Ein Beispiel: 7 ist die Primzahl
, 2 ist die Basis
und 5 die Basis
.
Es gilt:
, da Quadratzahlen der Form
existieren.
Es gilt:
, da keine Quadratzahlen der Form
existieren.
Dass aus
bzw.
folgt, dass
gilt, läßt sich daraus ersehen, dass
und
ist.
Miller-Rabin
Lucas-Theorem
Für positive natuerliche Zahlen m und n und die Primzahl p gilt:

Darin sind:

und

die Entwicklungen von m und n mit Beziehung zur Basis p.
Wilson
Der Satz von Wilson besagt, dass eine natürliche Zahl n > 1 dann und nur dann eine Primzahl ist, wenn

Daraus folgt

Giuga
Lineare Rekursionen
Perrin-Folge
Die Perrin-Folge (benannt nach dem Mathematiker R.Perrin) ist wie folgt definiert:




Für die Perrin-Folge gilt nun, wenn
eine Primzahl ist, dass
durch p teilbar ist.
Die Lucas-Folge Vn (P,Q)
Die allgemeinen Lucas-Folgen
und
sind nach dem französischen Mathematiker Édouard Lucas benannt, der sich als erster mit ihnen beschäftigt hat.
Die allgemeine Lucas-Folge
ist definiert als diejenigen Folge, wofür

und die für n > 1 den Rekursionsformel

genügt.
Für die Lucasfolge
gilt, wenn
eine Primzahl ist, dass
durch p teilbar ist.
Die Lucas-Folge Un (P,Q)
Die allgemeine Lucas-Folge
ist definiert als diejenige Folge, wofür

und die für n > 1 den Rekursionsformel

genügt.