Ökonomisierung
Der Begriff der Ökonomisierung bezeichnet die Ausbreitung des Marktes bzw. seiner Ordnungsprinzipien und Prioritäten auf Bereiche, in denen ökonomische Überlegungen in der Vergangenheit eine eher untergeordnete Rolle spielten bzw. die solidarisch oder privat organisiert waren; "So werden zunehmend immer mehr Güter und Praktiken, die einst außerhalb der Marktsphäre lokalisiert waren, in „Produkte“ umgewandelt, die über einen Preis auf einem „Markt“ gehandelt werden können" Ebenso wird damit das Vordringen marktwirtschaftlichen Denkens in die Sphäre der privaten Lebensführung bezeichnet und die Umwertung vieler gesellschaftlicher Sphären durch die "symbolischen Ordnung der Marktgesellschaft" bezeichnet. Neben einer Übertragung von marktwirtschaftlichen Ordnungsprinzipien kann Ökonomisierung auch in Form einer Intensivierung des wirtschaftlichen Handelns in bestehenden Märkten auftreten.
Häufig wird synonym der Begriff Kommerzialisierung verwendet. Während Ökonomisierung eher als Begriff für das Eindringen der Logik des Wirtschaftssystems in andere Subsysteme darstellt, wird mit Kommerzialisierung eher die wirtschaftliche Verwertung bereits bestehender Leistungen oder Güter – teilweise auch pejorativ – bezeichnet. Ökonomisierung bezieht sich daher auf eine Veränderung des Denkens, Kommerzialisierung auf eine Veränderung des Handelns. Auch der Begriff Vermarktlichung wird teilweise synonym verwendet, geht aber von etwas aus, das bereits etwa durch Behörden, als Gut oder Dienstleistung bereitgestellt, aber noch nicht auf Märkten gehandelt wird; er legt die Betonung auf eine Verschiebung der Akteure und Institutionen.