Zellpenetrierendes Peptid
Ein zellpenetrierendes Peptid (engl. cell-penetrating peptide, CPP, oder protein transduction domain, Transduktionsdomäne, PTD) bezeichnet ein Peptid, das Zellmembranen durchdringen (penetrieren) kann. Dadurch kann auch ein an das Peptid angehängtes Fusionsprotein, sowie kovalent oder nicht-kovalent mit dem zellpenetrierenden Peptid verbundene Nukleinsäuren oder Nanopartikel, in Zellen eingeschleust werden. Es wurden mit zellpenetrierenden Peptiden auch small molecules wie Zytostatika, Virustatika, Kontrastmittel oder auch Quantum Dots in Zellen gebracht.
Diese Proteintransduktion wurde 1988 gleichzeitig von zwei Arbeitsgruppen entdeckt, als festgestellt wurde, dass das Tat-Protein des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) von verschiedenen Zelltypen in Zellkultur aufgenommen wurde. Seitdem sind weitere Beispiele der CPP bekannt geworden. Auch bei polykationischen Proteinen, wie z. B. gegen DNA gerichtete Antikörper oder Histone konnte eine Aufnahme in Zellen gezeigt werden.