Operation Sunrise

Als Operation Sunrise wurden die im März 1945 stattfindenden Kapitulationsverhandlungen zwischen deutschen Offizieren und Amerikanern in der Endphase des Zweiten Weltkriegs genannt. Von den Briten erhielten die Verhandlungen den Namen Operation Crossword.

Konkret verhandelte der in Bern ansässige OSS-Agent Allen Dulles, nachdem er Ende Februar von den Schweizer Mittelsmännern (u. a. Max Waibel und Max Husmann) kontaktiert worden war, am 8. März 1945 erstmals in Zürich mit SS-Obergruppenführer und Höchstem SS- und Polizeiführer in Italien Karl Wolff über die Teilkapitulation der deutschen Streitkräfte in Norditalien. Wolff hatte als Zeichen des guten Willens zwei Partisanenführer freigelassen; Dulles meldete nach Washington, Wolff sei ernst zu nehmen. Allen Welsh Dulles hatte bereits 1944, zusammen mit Gero von Schulze-Gaevernitz, die Verschwörer des 20. Juli unterstützt. Die in Dulles 1967 publiziertem Buch über die Geschehnisse vertretene Behauptung Wolffs, er habe sich für diese Kapitulation eine indirekte Zustimmung Hitlers eingeholt, wird von heutigen Historikern angezweifelt.

Dass die Verhandlungen ohne die Sowjetunion stattfanden, löste einen regen Schriftverkehr zwischen Stalin und US-Präsident Roosevelt aus, da die Sowjetunion befürchtete, dass eine deutsche Teilkapitulation an der Westfront mehr Streitkräfte für die Ostfront frei machen würde.

Insgesamt liefen die Verhandlungen sehr schleppend und es tauchten neue Hürden auf. Am 18. und 19. März hatten Gespräche in Ascona stattgefunden. Wolff wurden von seinem nicht informierten Vorgesetzten Heinrich Himmler die verdächtigen Reisen verboten. Nach dem Tod Roosevelts am 12. April 1945 wurde Dulles vom neuen Präsidenten Truman angewiesen, die Gespräche nicht fortzuführen, was dieser jedoch überging. Auf dem Landgut Dorenbach bei Luzern gingen die Unterhändler bis zum 27. April ein und aus, als Waibel die Bitte erhielt, zwei deutsche Parlamentäre in das alliierte Hauptquartier in Caserta zu bringen.

Die Teilkapitulation wurde auf deutscher Seite am 29. April 1945 von den zwei Emissären Victor von Schweinitz, Oberstleutnant und Generalstabsoffizier der Heeresgruppe C, in Vertretung des Oberbefehlshabers Südwest, Generaloberst Heinrich von Vietinghoff, sowie SS-Sturmbannführer Eugen Wenner, in Vertretung von Karl Wolff, im Schloss von Caserta unterzeichnet. Wenner trat zudem indirekt über Wolff als Vertreter der von den Alliierten offiziell nicht anerkannten Italienischen Sozialrepublik auf, da Rodolfo Graziani Wolff dazu bevollmächtigt hatte. Für die Alliierten unterzeichnete der britische General William Duthie Morgan, Generalstabschef von Feldmarschall Harold Alexander. Als Beobachter für die Sowjetunion in Caserta fungierte der sowjetische Militärattaché in Rom General Aleksey Kislenko.

Die Kapitulation trat am 2. Mai 1945 um 12:00 Uhr Greenwich Mean Time, also sechs Tage vor der gesamtdeutschen Kapitulation am 8. Mai 1945, für alle dem deutschen Oberbefehlshaber Südwest unterstehenden oder von ihm kontrollierten Streitkräfte in Kraft.

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