Zimmermann-Depesche

Die Zimmermann-Depesche (auch: Zimmermann-Telegramm) war ein verschlüsseltes Telegramm, das Arthur Zimmermann, der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amts, am 19. Januar 1917 (andere Quellen sprechen vom 13. oder dem 16. Januar) über die deutsche Botschaft in Washington, D.C. an den deutschen Gesandten in Mexiko schickte.

Ziel war ein Bündnis zwischen dem Deutschen Reich und Mexiko für den Fall, dass die Vereinigten Staaten im Ersten Weltkrieg ihre Neutralität aufgeben sollten. Der Regierung von Mexiko wurde in diesem Falle Unterstützung in Aussicht gestellt für die Rückgewinnung von Teilen des 1848 an die Vereinigten Staaten verlorengegangenen Territoriums; im Vertrag von Guadalupe Hidalgo hatte Mexiko über 40 Prozent seines Territoriums (Kalifornien, Nevada, Arizona, New Mexico, Utah sowie Teile von Colorado und Wyoming) abtreten müssen.

Das Telegramm wurde vom britischen Marinegeheimdienst abgefangen und entziffert. Dessen Chef, Captain R.N. William Reginald Hall, veranlasste die Regierung der Vereinigten Staaten unter Präsident Woodrow Wilson, ihre Neutralitätspolitik zu überdenken, und trug entscheidend dazu bei, die US-amerikanische Öffentlichkeit für den Kriegseintritt einzustimmen. Dabei hatte auch die Erinnerung an die Unternehmung Napoleons III. 1861–1867 in Mexiko eine Rolle gespielt, der den Erzherzog Maximilian, einen Bruder Kaiser Franz Josephs von Österreich, 1864 zum Kaiser von Mexiko gemacht hatte (1864–1867), um auf dem amerikanischen Kontinent dem monarchischen Prinzip gegenüber der republikanischen Idee zum Durchbruch zu verhelfen.

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