Umgekehrtes Frage- und Ausrufezeichen

Das umgekehrte Fragezeichen (¿) und das umgekehrte Ausrufezeichen (¡) sind Interpunktionszeichen, die im Spanischen und der eng verwandten Asturischen Sprache verwendet werden. Frage- und Ausrufesätze werden in diesen Sprachen mit dem umgekehrten Satzzeichen eingeleitet und enden (wie im Deutschen) mit einem Frage- oder Ausrufezeichen. Die Regel findet sich erstmals in der zweiten Auflage der Ortografía der Real Academia de la Lengua, die 1754 erschien.

In der damaligen Diskussion wurde die Einführung damit begründet, dass man auch bei langen Sätzen von Anfang an wissen sollte, ob es sich um Fragen oder Ausrufe handelt, damit man sie beim Lesen entsprechend betonen könne. Dies ist auch deshalb nützlich, weil im Spanischen zwischen Aussage- und Fragesatz kein Unterschied in der Wortstellung besteht. Mündlich wird die Unterscheidung durch die Satzmelodie erkennbar.

AussageformFrageform
DeutschDu liebst mich.Liebst du mich?
SpanischMe amas.¿Me amas?
  1. Irene Hernández Velasco: Por qué el español es el único idioma que utiliza signos de interrogación (¿?) y admiración (¡!) dobles. BBC, 25. September 2017, abgerufen am 6. April 2019 (spanisch).
  2. […] hay periodos o cláusulas largas en que no basta la nota que se pone al fin y es necesario desde el principio indicar el sentido y tono interrogante con que debe leerse, […] (zitiert nach Fußnote 1 (BBC))