Äußerstes Süditalienisch
Das äußerste Süditalienisch (italienisch Dialetti italiani meridionali estremi) ist eine Gruppe romanischer Sprachvarietäten, die im äußersten Süden des italienischen Festlandes und auf den angrenzenden Inseln gesprochen werden. Es unterscheidet sich deutlich vom oberen Süditalienisch und ist stark von griechischen, arabischen und normannischen Einflüssen geprägt. Alle diese Sprachen stammen ausnahmslos vom Vulgärlatein und nicht vom Toskanischen ab. Der Name „Italienisch“ ist nur eine rein geografische Bezeichnung, der unter anderem von Gelehrten wie beispielsweise dem Sprachwissenschaftler Giovan Battista Pellegrini verwendet wird.
Zugehörige Sprachen sind Salentino im südlichen Apulien, Sizilianisch auf Sizilien und Zentral-/Süd-Kalabresisch im Süden Kalabriens. Diese Sprachen weisen so viele phonetische und syntaktische Gemeinsamkeiten auf, dass sie eine einzige Gruppe bilden können, jedoch nicht so viele, dass ein vollständiges gegenseitiges Verständnis möglich ist.
Die verschiedenen Dialekte Süditaliens werden noch immer Tag für Tag gesprochen, auch wenn ihr Gebrauch auf informelle Kontexte beschränkt ist und meist mündlich erfolgt. In der Schule werden sie nicht zwischen Schülern und Lehrpersonen gesprochen, sondern nur unter Schülern und seltener unter Lehrpersonen, vor allem in kleineren Orten. Es gibt Beispiele für literarische Verwendungen im Rahmen von Wettbewerben (hauptsächlich Poesie), Theateraufführungen und in einigen Fällen sogar von Filmen.