Étienne Lamotte

Étienne Paul Marie Lamotte (* 21. November 1903 in Dinant; † 5. Mai 1983 in Brüssel) war ein belgischer Indologe, Professor für Griechisch an der Katholischen Universität Löwen und Priester.

Étienne Lamotte studierte nach ersten Studienabschlüssen in Klassischer Philologie (1922) und Philosophie (1923) Sanskrit und Indologie, unter anderem auch in Rom. 1929 wurde er im Fach Orientalische Philologie promoviert, 1930 im Fach Klassische Philologie. Anschließend weitete er sein Studiengebiet auf den Buddhismus aus, den er im Rahmen von Privatstunden bei Louis de La Vallée Poussin kennenlernte. Von 1932 bis 1974 arbeitete er an der Katholischen Universität Löwen. Dabei erschloss Lamotte zahlreiche forschungsrelevante Texte der Buddhismusforschung, deren Systematisierung von ihm vorangetrieben wurde. Letzteres wurde durch seine Kenntnisse in den wichtigsten Sprachen seines Fachgebiets – Pali, Sanskrit, Chinesisch und Tibetisch – begünstigt. Der Gelehrte war zu Lebzeiten eine der wichtigsten und nach seinem Tod 1983 weiterhin vielfach rezipierte Autoritäten der europäischen Buddhismusforschung.

Die Königliche Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgiens nahm ihn 1951 als korrespondierendes Mitglied auf, 1959 wurde er volles Mitglied. 1970 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der British Academy und 1972 der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.

  1. Académicien décédé: Monseigneur Étienne Paul Marie Lamotte. Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 8. Oktober 2023 (französisch, mit Link zur Biografie (PDF)).
  2. Deceased Fellows. British Academy, abgerufen am 24. Juni 2020.
  3. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 144.