Österreichischer Astronomischer Verein
Der Österreichische Astronomische Verein (Kurzbezeichnung Österreichischer Astroverein oder ÖAV) ist mit etwa 500 Mitgliedern einer der zahlenmäßig stärksten astronomischen Vereine in Österreich. Er wurde 1924 in Wien vom Universitätsprofessor Oswald Thomas (* 1882 Kronstadt; † 1963 Wien) gegründet – fast zeitgleich mit dem Bund der Sternfreunde in Deutschland. Thomas gründete auch das Astronomische Büro, mit dem er 1913 von Siebenbürgen nach Wien übersiedelte und das neben der Urania das Zentrum des jungen Vereins wurde.
Der Verein wurde in dieser bildungshungrigen Zeit rasch bekannt durch die von Thomas monatlich veranstalteten Sternwanderungen am Sommerhaidenweg nahe dem Wienerwald, zu denen meist über 100 Teilnehmer kamen (siehe auch Sternenhain).
Unter seinem langjährigen Nachfolger Hermann Mucke (1935–2019) erreichte die vom Astronomischen Büro publizierte Monatsschrift Sternenbote rund 2000 Amateurastronomen und andere himmelskundlich Interessierte. Das vom Verein herausgegebene Astronomische Jahrbuch Astronomischer Almanach für Österreich (von 1957 bis 2019 Österreichischer Himmelskalender) bietet auf Österreich zugeschnittene Vorausberechnungen von Sonne, Mond, Planeten und Kleinkörpern des Sonnensystems sowie Daten der hellen Sterne.
Zum 100-Jahr-Jubiläum am 19. Oktober 2024 fand im Wiener Planetarium eine Tagung statt, bei der auch die Festschrift Amateurastronomie in Österreich seit 1920 präsentiert wurde.