Überinvestitionstheorie

Überinvestitionstheorien sind in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte Beiträge zur Konjunkturtheorie in hoch entwickelten Industriestaaten, wo Investitionsgüter stärker von Konjunkturschwankungen betroffen werden als Konsumgüter. Eine Überinvestition kann durch das Akzelerationsprinzip erklärt werden. Danach werden durch Änderungen der Produktion bestimmte Nettoinvestitionen ausgelöst, die auch zur Erhöhung der Produktionskapazitäten beitragen. Während des Aufschwungs wird die Investitionsgüterproduktion weiter ausgedehnt als dem späteren langfristigen Bedarf entspricht, so dass ein Angebotsüberschuss an Investitionsgütern vorhanden ist. Gegensatz ist die Unterinvestition.

Unterschieden werden die monetäre Überinvestitionstheorie von Knut Wicksell und Friedrich August von Hayek sowie die nicht-monetäre Überinvestitionstheorie von Gustav Cassel, Arthur Spiethoff und Joseph Schumpeter.

  1. Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre, 2009, S. 442
  2. Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre, 2009, S. 7