Überweidung
Man spricht von Überweidung, wenn Nutztiere durch Verbiss und/oder Vertritt die krautige Pflanzendecke einer Weide oder eines Biotopes länger bzw. stärker beanspruchen, als diese sich regenerieren kann.
Überweidung wird primär mit menschlichem Handeln assoziiert und geht mit einem Verlust von Biodiversität sowie einer verringerten Bodenqualität einher. Bei irreversibel geschädigten Böden, kann eine Verödung oder Desertifikation ganzer Landstriche die Folge sein.
Von Überweidung betroffene Pflanzen haben nicht die Möglichkeit sich zu regenerieren, was dazu führt, dass sie weniger Biomasse produzieren, als es unter normalen Bedingungen möglich wäre. Eine ständige Reduktion oberirdischer Pflanzenteile führt zu einer Verringerung der Pflanzenwurzeln, die das Absterben der Pflanze bei anhaltender Trockenheit begünstigt und Bodenerosion wahrscheinlicher macht.
Nimmt der Weidedruck (durch Größe der Herden oder Dauer der Beweidung) zu, kommt die ökologische Tragfähigkeit bald an ihre Grenzen: Die Folge sind Überweidung und Bodendegradation.
- ↑ Lexikon der Geographie: Überweidung. Spektrum der Wissenschaft, abgerufen am 2. November 2025
- ↑ Dangers of Overgrazing. Utah State University, abgerufen am 2. November 2025
- ↑ Stichwort Tragfähigkeit im Online-Lexikon von Spektrum. Abgerufen am 22. März 2014.
- ↑ M. Bunzel-Drüke, C. Böhm, G. Finck, R. Kämmer, E. Luick, E. Reisinger, U. Riecken, J. Riedl, M. Scharf, O. Zimball: Wilde Weiden – Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung. Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e. V. (Hrsg.), Sassendorf-Lohne 2008.