ǃKung
Die ǃKungKlicklaut sind die nordwestliche Gruppe der indigenen San-Völker (früher „Buschleute“) im südlichen Afrika. Sie leben vor allem im nördlichen Kalahari-Becken Namibias. Einzelne Lokalgruppen sind auch in Botswana und Angola beheimatet. Die Bezeichnung ǃKung ist die Eigenbezeichnung einer Untergruppe, die von Außenstehenden jedoch häufig als Oberbegriff genutzt wird. In der Literatur wird zudem die Bezeichnung der Untergruppe Juǀ’hoansi bisweilen auf alle ǃKung angewendet.
Die Ethnie und ihre gleichnamige Sprache (welche zu den Kxʼa-Khoisansprachen gehört) werden in drei Dialektgruppen unterteilt, die nach zentralen Orten benannt werden:
- ǃKung-Ekoka (Eigenbezeichnungen: ǃKung, ǃKu~, ǃXu~, ǃHu~, Qxu, Qxû, ǃXun, ǃKhung); 2014 etwa 9.100 Personen
- ǃKung-Gobabis (Eigenbezeichnungen: ǁAuǁEi, ǁX’auǁ’E, ǂKx’auǁ’Ei, Auen, Kaukau, Koko); 2014 etwa 7.700 Personen
- ǃKung-Tsumkwe (Eigenbezeichnungen: Juǀ’hoansi,Juǀ’hoan, Ju’oasi, Xû, ǃXun, Kung, ǃXo, Zhu’oasi, Dzu’oasi, Tshumkwe, Dobe Kung, Xaixai); 2014 etwa 45.200 Personen
ǃKung, selten auch ǃXun, historisch wohl auch Akung, bezeichnet „Menschen“. Es besteht traditionell eine absolute Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie sind in Horden organisiert und lebten bis in die 1970er Jahre als Jäger und Sammler.
- ↑ P. Draper: ǃKung Women: Contrasts in Sexual Egalitarianism in Foraging and Sedentary Contexts, in: Anthropology Faculty Publications, Ausgabe 45, 1975
- ↑ Hartmut Motz: Sprachen und Völker der Erde – Linguistisch-ethnographisches Lexikon. 1. Auflage, Band 2, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2007, ISBN 978-3-86634-368-9. S. 130.
- ↑ Stichwort: Kung in: der Online-Ausgabe von Hartmut Motz: Sprachen und Völker der Erde mit aktuelleren Bevölkerungszahlen, abgerufen am 4. Juni 2020.
- ↑ Holly Peters-Golden: Culture sketches: case studies in anthropology. 6. Auflage. The McGraw-Hill, Dubuque 2012, ISBN 978-0-07-811702-2 (englisch).
- ↑ M. Konner: Timing and Management of Birth among the ǃKung: Biocultural Interaction in Reproductive Adaptation. In: Cultural Anthropology. Band 2, Nr. 1, 1987, S. 11–28 (englisch).