(433) Eros
| Asteroid (433) Eros | |
|---|---|
| Ansicht von (433) Eros mit den Kratern Narcissus (vorne), Psyche (oben) und Himeros (unten) | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Erdnaher Asteroid, Amor-Typ |
| Große Halbachse | 1,458 AE |
| Exzentrizität | 0,223 |
| Perihel – Aphel | 1,133 AE – 1,783 AE |
| Neigung der Bahnebene | 10,828° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 304,3° |
| Argument der Periapsis | 178,9° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 17. Februar 2026 |
| Siderische Umlaufperiode | 1 a 278 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 24,36 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 16,8 km ± 0,1 km |
| Abmessungen | (34,4 × 11,2 × 11,2) km |
| Masse | 6,69·1015 kg |
| Albedo | 0,25 |
| Mittlere Dichte | 2,67 g/cm³ |
| Rotationsperiode | 5 h 16 min |
| Absolute Helligkeit | 10,4 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Gustav Witt, Felix Linke |
| Datum der Entdeckung | 13. August 1898 |
| Andere Bezeichnung | 1898 PA, 1956 PC |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(433) Eros ist ein Asteroid vom Amor-I-Typ, der am 13. August 1898 vom deutschen Astronomen Gustav Witt und seinem Assistenten Felix Linke (1879–1959) an der Sternwarte der Urania in Berlin bei einer Helligkeit von 11 mag entdeckt wurde. Es war Witts zweite und letzte Asteroidenentdeckung. Auch Auguste Charlois am Observatoire de Nice hatte den Asteroiden in der gleichen Nacht sogar bereits etwa eine Stunde vor Witt fotografiert, die Entdeckung wurde aber erst drei Tage später bekanntgegeben.
Charlois wurde nie als Entdecker anerkannt, im Gegenteil wurde er beschuldigt, die Ehre dieser wichtigen Entdeckung verpasst zu haben, weil er die Fotoplatte mit dem Asteroiden an den Tagen unmittelbar nach der Entdeckung, einem Sonntag bzw. einem Feiertag, nicht analysiert hatte. Möglicherweise erkannte Charlois (433) Eros auf seiner Fotoplatte aber deshalb nicht früher, weil es ein mechanisches Problem mit der Nachführung des Teleskops gab, wodurch seine Spur zwischen den Spuren der Sterne zunächst nicht erkennbar war.
Nachträglich konnte der Asteroid auch auf Fotoplatten gefunden werden, die bereits zwischen Oktober 1893 und Mai 1894 am Harvard-College-Observatorium in Massachusetts sowie von April bis Juli 1896 am Boyden Observatory der Harvard University, damals in Peru, gemacht worden waren.
Der Asteroid ist benannt nach Eros, dem Gott der Liebe aus der griechischen Mythologie (lateinisch Amor oder Cupido), Sohn der Aphrodite. Er beschützte die schöne Psyche vor der Rache seiner Mutter, und als er sie später heiratete, wurde sie unsterblich. (433) Eros ist einer der ersten Asteroiden mit einem männlichen Namen. Die Benennung erfolgte durch Witt. In Übereinstimmung mit Elia Millosevich schlug er auch vor, ihm wegen seiner damals von allen anderen bekannten Asteroiden abweichenden Bahn den Status eines „kleinen Planeten im üblichen Sinn“ und seine Nummer abzuerkennen, da ansonsten künftig nur noch eine geringe Masse als Kriterium für die Einordnung als Asteroid maßgebend wäre. Dies wurde von Julius Bauschinger vom Astronomischen Rechen-Institut in Berlin argumentativ zurückgewiesen.
(433) Eros ist der erste Asteroid, den eine Raumsonde umkreiste und auf ihm landete.
- ↑ L. D. Schmadel: Biographische Notizen zu Felix Linke – ein unbekannter Mitentdecker des Kleinen Planeten (433) Eros. In: W. R. Dick, J. Hamel (Hrsg.): Beiträge zur Astronomiegeschichte. Band 5, Verlag Harry Deutsch, Frankfurt a. M. 2002, S. 221–230, ISBN 3-8171-1686-1 (PDF; 1,13 MB).
- ↑ H. J. Perrotin: Photographische Aufnahmen kleiner Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 147, Nr. 3514, 1898, Sp. 175–176 (online, französisch).
- ↑ H. Scholl, L. D. Schmadel: Discovery Circumstances of the First Near-Earth Asteroid (433) Eros. In: Acta Historica Astronomiae. Band 15, 2002, S. 210–220, bibcode:2002AcHA...15..210S.
- ↑ H. Kreutz: Planet (433) (1898 DQ). In: Astronomische Nachrichten. Band 148, Nr. 3536, 1899, Sp. 127–128 (online).
- ↑ E. C. Pickering: Witt’s Planet (433) Eros. In: Astronomische Nachrichten. Band 148, Nr. 3540, 1899, Sp. 189–192 (online).
- ↑ E. C. Pickering: Additional Observations of (433) Eros. In: Astronomische Nachrichten. Band 148, Nr. 3545, 1899, Sp. 269–272 (online).
- ↑ E. C. Pickering: Early observations of Eros (433). In: Annals of Harvard College Observatory. Band 53, Nr. 10, 1905, S. 187–230 und 3 Tafeln, bibcode:1905AnHar..53..187P (PDF; 3,76 MB).
- ↑ G. Witt: Auszug aus einem Schreiben von Herrn G. Witt in Berlin betr. den Planeten (433) Eros. In: Astronomische Nachrichten. Band 148, Nr. 3539, 1899, Sp. 175–176 (online).
- ↑ J. Bauschinger: Ueber die Bezeichnung des Planeten 1898 DQ. In: Astronomische Nachrichten. Band 148, Nr. 3542, 1899, Sp. 223–224 (online).