8.3

8.3, auch 8-Punkt-3-Namen und retronym short name(s) für kurze Dateinamen genannt, ist eine häufig verwendete Schreibweise, die die historische Beschränkung von acht Zeichen für den Dateinamen und drei Zeichen für die Dateinamenserweiterung beschreibt. Diese Beschränkung ist in den Betriebssystemen CP/M von Digital Research (ab ca. 1974) und davon abgeleiteten PC-kompatiblen Disk Operating Systemen (ab 1980) ebenso zu finden wie im File Allocation Table (FAT), einem ursprünglich 1977 von Microsoft für BASIC entwickelten Dateisystem, das später über 86-DOS auch in MS-DOS übernommen wurde.

Durch die große Verbreitung von MS-DOS und Windows in den 1980er und 1990er Jahren war 8.3 lange Zeit die vorherrschende Konvention für Dateinamen und galt auch darüber hinaus bis in die 2000er Jahre als Industriestandard für den Datenaustausch zwischen den Plattformen. Erst mit der LFN-Erweiterung durch VFAT (LFN steht für Long File Name, VFAT für Virtual File Allocation Table), die mit Windows 95 und Windows NT 3.5 Mitte der 1990er Jahre eingeführt wurde, konnte die 8.3-Beschränkung bei Systemen, die auf dem FAT-Dateisystem basieren, aufgehoben werden.

  1. W. Craig Chambers: OS/2 LAN Server Certification Handbook. New Riders Pub., 1995, ISBN 978-1-56205-406-9, S. 299 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): “Commonly known as the "8.3 convention," this naming structure originally was introduced by the CP/M operating system developed for the very early home computers.”
  2. Jörg Luther: Weg mit dem FAT. In: LinuxUser 05/2009. Computec Media, 1. Mai 2009, abgerufen am 18. Februar 2021: „Tatsächlich kommt man an FAT kaum vorbei, besitzt man irgendein Gerät oder Gadget, das Dateien auf einem Wechselmedium speichert. Die Industrie hat das von Microsoft entwickelte Dateisystem millionenfach in Systemen implementiert, als so genannten Industriestandard…“