83. Sinfonie (Haydn)

Die Sinfonie Nr. 83 g-Moll komponierte Joseph Haydn im Jahr 1785 für eine Pariser Konzertreihe. Das Werk trägt den nicht von Haydn stammenden Beinamen „La Poule“ („Das Huhn“).

Die Sinfonie Nr. 83 gehört zusammen mit den Sinfonien Nr. 82 bis 87 zu den „Pariser Sinfonien“. Es handelt sich um Auftragskompositionen für das Pariser „Le Concert de la Loge Olympique.“

Der Titel „La Poule“ (französisch für „das Huhn“) bezieht sich auf das „gackernde“ zweite Thema im ersten Satz. Er stammt nicht von Haydn und ist auch nicht in Paris entstanden. Er taucht zum ersten Mal im Haydn-Verzeichnis der Zürcher Neujahrsblätter von 1831 auf. Eingebürgert hat er sich erst seit den 1870er Jahren.

Die Sinfonie weist vor allem in den ersten beiden Sätzen mehrere auffällige Kontraste auf, beispielsweise das Verhältnis von erstem und zweitem Thema im Allegro spiritoso oder die unvermittelten Wechsel in der Klangfarbe im Andante. Diese Kontraste werden manchmal im Sinne von Ironie oder Parodie gedeutet, wobei sich Haydns Parodie möglicherweise auch auf seine eigenen, früheren Sinfonien bezieht (Selbstparodie). Diese waren teilweise dem Pariser Publikum bekannt.

Obwohl nur etwa drei Viertel des Allegro spiritoso in g-Moll stehen, wird die Tonart der Sinfonie üblicherweise mit „Moll“ und nicht mit „Dur“ angegeben (ähnlich bei einigen anderen Moll-Sinfonien Haydns, z. B. bei Nr. 34).

  1. Horst Walter: La poule / Die Henne / Das Huhn. In: Armin Raab, Christine Siegert, Wolfram Steinbeck (Hrsg.): Das Haydn-Lexikon. Laaber-Verlag, Laaber 2010, ISBN 978-3-89007-557-0, S. 602.
  2. Michael Walter: Haydns Sinfonien. Ein musikalischer Werkführer. C. H. Beck-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-406-44813-3.
  3. 1 2 Bernard Harrison: Haydn: The „Paris“ Symphonies. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 0-521-47164-8, S. 81–88.
  4. Hob.I:83 Symphonie in g-Moll „La Poule“ auf "joseph-haydn.art" der Website der Internationale Joseph Haydn Privatstiftung Eisenstadt
  5. Ein Kandidat hierfür ist insbesondere die Sinfonie Nr. 39, die ebenfalls in g-Moll steht