Abū ʿUbaida Muslim ibn Abī Karīma

Abū ʿUbaida Muslim ibn Abī Karīma at-Tamīmī (arabisch أبو عبيدة مسلم بن أبي كريمة التميمي) war ein islamischer Rechtsgelehrter, der während der späten Umayyadenzeit und frühen Abbasidenzeit eine führende Rolle in der ibāditischen Gemeinde von Basra spielte und die sogenannten „Wissensüberbringer“ (ḥamalat al-ʿilm) in die verschiedenen Provinzen des islamischen Reiches aussandte, die dort die ibāditische Lehre verbreiteten und an verschiedenen Orten eigene Imamate errichteten. Auch Abū ʿUbaida selbst gilt den heutigen Ibāditen als Imam.

Während der maghrebinische ibāditische Autor Ibn Sallām (st. nach 887) Abū ʿUbaida als die wichtigste ibāditische Persönlichkeit nach Dschābir ibn Zaid al-Azdī betrachtete, maßen ihm die frühen ibāditischen Quellen aus Oman dagegen eine erheblich geringere Bedeutung zu. In nicht-ibāditischen Quellen findet Abū ʿUbaidas Wirken kaum Erwähnung.

  1. Der moderne ibāditische Autor Ennami bezeichnet ihn als den „zweiten Imam der ibāditischen Gemeinde von Basra“ (S. 95).
  2. Vgl. Ibn Sallām: Kitāb fīhi: Badʾ al-islām wa-šarāʾiʿ ad-dīn. Hrsg. Werner Schwartz und aš-Šaiḫ Sālim b. Yaʿqūb. Bibliotheca Islamica, Band 33. Wiesbaden 1986, S. 110, Z. 4-5: „Basrenser. Er überliefert nach Ǧābir b. Zaid. Er gehört zu den größten Gelehrten unter unseren Meistern nach Ǧābir.“ und Wilkinson 171f.
  3. Vgl. Wilkinson 166-177.