Abū Huraira

Abū Huraira (arabisch أبو هريرة, DMG Abū Huraira; gestorben 678, 679 oder 680) war ein Gefährte des islamischen Propheten Mohammed, der vor allem als Überlieferer von Hadithen bekannt ist. Mit mehr als 3300 Hadithen, in deren Überliefererkette er erscheint, ist er im sunnitischen Islam zahlenmäßig der wichtigste Gewährsmann prophetischer Traditionen überhaupt. Schon die Prophetengefährten sollen ihn wegen seiner überbordenden Erzählfreude kritisiert und bezweifelt haben, dass er alles, was er von Mohammed mitteilte, auch wirklich bei ihm gesehen oder gehört hatte. Vom zweiten Kalifen ʿUmar ibn al-Chattāb wird berichtet, dass er Abū Huraira bei Androhung von Gewalt, sich weiter als Überlieferer von Aussprüchen Mohammeds zu betätigen. Die Muʿtaziliten führten später Abū Huraira als Paradebeispiel für die Unglaubwürdigkeit der nur von Einzelpersonen überlieferten Hadithe an. Traditionalistische Gelehrte verteidigten ihn gegen diese Vorwürfe. Im 20. Jahrhundert flammte die Debatte über die Frage der Glaubwürdigkeit der von ihm überlieferten Hadithe erneut auf.

Nach Gautier Juynboll sind die meisten auf Abū Huraira gestützten Traditionen erst in der Zeit von Mālik ibn Anas entstanden. Die historische Figur Abū Huraira kann ihm zufolge nicht für die unter seinem Namen verbreiteten Traditionen verantwortlich gemacht werden.