Achaios der Jüngere
Achaios der Jüngere (altgriechisch Ἀχαιός, Achaíos; * spätestens um 250 v. Chr.; † 214/13 v. Chr. in Sardes) war ein Mitglied des griechisch-makedonischen Adels des Seleukidenreichs und unter Antiochos III. Megas Generalstatthalter der Gebiete diesseits (nördlich) des Tauros. Im Sommer 220 entschloss er sich zur offenen Rebellion wider die Seleukiden, wofür er als Verräter hingerichtet wurde.
Nach Polybios war Achaios der Sohn des Andromachos und Enkel von Achaios dem Älteren sowie ein Verwandter von Seleukos III. Keraunos und Antiochos III. Nach dem Tod von Seleukos Keraunos im Jahr 222 v. Chr. übernahm Achaios den Oberbefehl über das Heer, schlug jedoch die Erhebung zum König zu Gunsten des jungen Antiochos III. aus. Später wurde er von jenem mit der Herrschaft über Asien diesseits des Tauros betraut, wo er 223/22 Westkleinasien den Händen des Attalos entriss. Achaios erlangte in seiner Position bald bedeutende Macht und entschloss sich schließlich zur offenen Rebellion gegen Antiochos. Ein Versuch im Jahr 220, das seleukidische Kernland zu erobern, misslang noch im selben Jahr, woraufhin sein Herrschaftsbereich auf Kleinasien beschränkt blieb. Im Sommer des Jahres 216 rückte Antiochos in Anatolien ein und belagerte den Rebell in seiner Hauptstadt Sardes. 214 oder 213 bemächtigte man sich seiner durch eine List und brachte ihn vor Antiochos und den Kronrat. Nach reichlicher Beratung verstümmelte man ihn auf brutale Weise und ließ ihn grausam hinrichten. Der zerstückelte Körper des Usurpators wurde anschließend öffentlich an einem Pfahl zur Schau gestellt, wobei die Hintergründe der Art der Hinrichtung Gegenstand einer Fachdebatte sind.
- ↑ Zur Münze vgl. Gerhard Kleiner: Der Münchner Goldstater des Achaios. In: Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 5–6 (1954/55), S. 143–49. Die Rückseite der Münze ist im zugehörigen Objekt-Eintrag in bavarikon abgebildet.