Schulterstück (Uniform)
Das Schulterstück (in Österreich: Achselschlinge, auf Tuchunterlage Achsel- oder Schulterspange; in Deutschland bis 1920 amtlich Achselstück) dient in zahlreichen Staaten als auf beiden Schultern getragenes Standes- und Rangabzeichen. Häufig werden Offiziere und höhere Militärbeamte so kenntlich gemacht, seltener auch Unteroffizieren. Das Schulterstück löste ab Mitte des 19. Jahrhunderts schrittweise die vorher übliche Epaulette ab.
Schulterstücke bestehen meist aus Metalltresse (Russland) oder aus (geflochtener oder nebeneinander gelegter) Gold- und/oder Silberschnur. Früher allgemein verbreitet, werden sie oft nur noch zur Paradeuniform getragen. Mit Sternen, Rosetten und/oder anderen Symbolen versehen, machen sie den genauen Dienstgrad des Trägers identifizierbar.
Mit den Schulterstücken verwandt sind die schlichteren, aus Tuch gefertigten Schulterklappen (in Deutschland bis 1920 amtlich Achselklappe; Österreich: Achselspange, seltener Schulterspange) der Unteroffiziere und Mannschaften. Inzwischen werden Schulterklappen international auch von Offizieren getragen, überwiegend zum täglichen Dienst und am Kampfanzug. In der Bundeswehr ist die Bezeichnung „Schulterklappen“ verbindlich für Rangabzeichen, die auf dem Schulterteil von Uniformmantel, Uniformrock oder Jacke beziehungsweise Gesellschaftsanzug getragen werden.
Schulterstücke und Schulterklappen gingen nicht aus den Epauletten hervor, sondern haben ihren Ursprung in den sogenannten Achseldragonern (Schulterklappen), die auf oder nahe der linken Schulter das Verrutschen des Bandeliers der Munitionstasche verhindern sollten.