Agent Provocateur

Ein Agent Provocateur [aˈʒɑ̃ pʁɔvɔkaˈtœʁ] (frz. für ‚provozierender Agent‘, Lockspitzel; Plural Agents Provocateurs) ist ein Agent eines Nachrichtendienstes, der eine Gruppe oder Organisation infiltrieren und deren Mitglieder zu gesetzeswidrigen Handlungen verleiten soll, um die Aufmerksamkeit der Behörden zu erregen. Agents provocateurs wurden etwa Ende des 19. Jahrhunderts gegen Gewerkschaften eingesetzt, um Ausschreitungen zu provozieren, mit welchen dann Polizeigewalt gegen Arbeitergruppen gerechtfertigt wurde. Im weiteren Sinne wird damit auch ein Handeln bezeichnet, das durch die gezielte Vortäuschung oder auch Provokation einer ruchbaren Handlung die Stärkung der eigenen Position und die Legitimation für einen Eingriff anstrebt.

Wegen der Gefahr, dass der Staat sich auf diese Weise zumindest indirekt als Gesetzesbrecher betätigt und Taten provoziert, die ohne den Agenten gar nicht begangen worden wären, ist der Einsatz solcher Agenten in Demokratien meist gesetzlich oder durch höchstrichterliche Rechtsprechung streng reglementiert. Es sind Fälle bekannt, auch in Deutschland, bei denen solche Agenten rechtswidrig eingesetzt wurden, etwa zur verdeckten Störung von sozialen Bewegungen und der gewalttätigen Eskalation von Demonstrationen.