Agnostizismus

Agnostizismus (Neologismus zu altgriechisch γνωστικός gnōstikós „zum Erkennen, Einsehen geschickt, erkenntnisfähig, einsichtig“ und negierendem Alpha privativum ἀ- a-; Sinn etwa „Lehre der Unerkennbarkeit“) ist die philosophische Ansicht, dass Annahmen – insbesondere theologische, die die Existenz oder Nichtexistenz einer höheren Instanz wie eines Gottes betreffen – ungeklärt oder nicht klärbar sind. Vertreter des Agnostizismus werden als Agnostiker bezeichnet.

Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die Begrenztheit menschlichen Wissens, Verstehens und Begreifens betont. Die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien wird nicht bestritten. Agnostizismus ist sowohl mit Theismus als auch mit Atheismus vereinbar, da der Glaube an Gott und seine Ablehnung möglich sind, selbst wenn die Gewissheit seiner Existenz fehlt. Ebenso mit ihm vereinbar ist die Auffassung, wonach atheistische Thesen wahrscheinlicher sind als theistische. Die Frage „Gibt es einen Gott?“ beantworten Agnostiker nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“ oder ähnlichem.

  1. Agnostizismus. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. (Abschnitt Etymologie).
  2. William L. Rowe: Agnosticism. In: Concise Routledge Encyclopedia of Philosophy. Routledge, London 2000, ISBN 978-0-415-22364-5, S. 17. In the strict sense, however, agnosticism is the view that human reason is incapable of providing sufficient rational grounds to justify either the belief that God exists or the belief that God does not exist. In so far as one holds that our beliefs are rational only if they are sufficiently supported by human reason, the person who accepts the philosophical position of agnosticism will hold that neither the belief that God exists nor the belief that God does not exist is rational.