Air (Musik)

Das Air (auch das Ayr, Ayre) oder die Aria ist eine Nebenform der musikalischen Gattung Lied, kann aber auch ein einfaches liedhaftes Instrumentalstück bezeichnen. Immer handelt es sich jedoch um eine einfach angelegte Komposition meist in zweiteiliger Liedform.

Die Bezeichnung Air (in der Bedeutung „Melodie“, „Lied“) stammt in diesem Zusammenhang nicht aus dem Englischen (wo auch der Name Toy, so bei Francis Cutting, ähnliche Musikstücke bezeichnete), sondern aus dem Französischen, geht jedoch ursprünglich auf das italienische Wort aria zurück. Im Barock war das Air, sofern es sich nicht um eine Vokalkomposition handelte, ein nicht auf einen Tanz anspielendes, liedartiges Instrumentalstück (etwa als Aria von anonymen Verfassern oder im Werk von Johann Anton Losy von Losinthal († 1721)), auch wenn es in eine Suite eingeschoben war.

  1. Frederick Noad: The Renaissance Guitar. (= The Frederick Noad Guitar Anthology. Teil 1) Ariel Publications, New York 1974; Neudruck: Amsco Publications, New York/London/Sydney, UK ISBN 0-7119-0958-X, US ISBN 0-8256-9950-9, S. 65.
  2. Hubert Zanoskar (Hrsg.): Gitarrenspiel alter Meister. Original-Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Band 1 (= Edition Schott. Band 4620). B. Schott’s Söhne, Mainz 1955, S. 11.
  3. Vgl. etwa Adalbert Quadt (Hrsg.): Gitarrenmusik des 16.–18. Jahrhunderts. 4 Bände. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1970–1984. Band 3, S. 15–17 (anonyme Suite um 1700: Entrée, Courante, Sarabande, Aria, Menuett, Gavotte, Gigue) und 22 f.