al-Baqara

Die Sure al-Baqara (arabisch سورة البقرة, DMG Sūrat al-Baqara ‚Sure ‚Die Kuh‘‘) ist die zweite Sure des Korans. Sie gilt als erste medinische Sure. Der größte Teil stammt aus dem zweiten Jahr der Hidschra, und zwar aus der Zeit vor der Schlacht von Badr. Die Sure umfasst 286 Verse und ist damit auch die längste Sure. Außerdem zeichnet sie sich gegenüber anderen Suren durch ihre Fülle von Themen aus. Der Religionswissenschaftler Bertram Schmitz hat sie deswegen einen „Quran im Kleinen“ genannt. Der Name der Sure bezieht sich auf ein Gespräch zwischen dem Propheten Mose und den Israeliten über eine Kuh, die sie opfern mussten (nicht zu verwechseln mit dem bekannten Vorfall um das Goldene Kalb). Auf formaler Ebene verleiht der refrainartig an sechs Stellen (Verse 20, 106, 109, 148, 259, 284) vorkommende Reimsatz wa-Llāhu ʿalā kulli šaiʾin qadīr („Gott hat zu allem die Macht“) der Sure Kohärenz.

Besonders bekannt sind der Thronvers (Vers 255) und der darauffolgende Vers 256 mit der Aussage, dass es keinen Zwang in der Religion gebe. Vers 282 ist der längste Vers im Koran.

  1. Schmitz: „Das Spannungsverhältnis zwischen Judentum und Christentum“. 2010, S. 219.
  2. Robinson: Discovering the Quʾran: a contemporary approach to a veiled text. 2003, S. 201.
  3. Hans Jansen: Mohammed. Eine Biographie. (2005/2007) Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56858-9, S. 244.