Alfons VI. (León)

Alfons VI. oder Alfons der Tapfere (spanisch Alfonso el Bravo; * 1037; † 1. Juli 1109 in Toledo) aus dem Haus Jiménez war von 1065 bis 1109 König von León und seit 1072 auch König von Kastilien und Galicien. Durch die Eroberung der Gebiete südlich des Duero und vor allem der alten Westgotenhauptstadt Toledo im Jahr 1085 setzte er einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der spanischen Reconquista und untermauerte den Anspruch des leonesisch-kastilischen Königshauses auf die Vorrangstellung unter den spanischen Königen der Iberischen Halbinsel. Im Cantar de Mio Cid, einem der Hauptwerke der literarischen Folklore Spaniens, ist Alfons VI. eine der Hauptpersonen.

  1. Bischof Pelayo von Oviedo gab in seiner Chronik (Chronicon regum Legionensium) das Alter Alfons’ VI. bei seinem Tod 1109 mit 79 Jahren an, was allerdings offensichtlich falsch ist, da die Eltern des Königs eben erst in dem implizierten Geburtsjahr 1030 geheiratet hatten und Alfons mindestens das dritte, wenn nicht gar erst das vierte ihrer Kinder war. Siehe Crónica del Obispo Don Pelayo, hrsg. von Benito Sánchez Alonso (1924), S. 87. Die Chronik des Anonymus von Sahagún gibt das Alter mit 72 Jahren an, womit das Geburtsjahr auf 1037 zu legen ist. Siehe Las crónicas anónimas de Sahagún, hrsg. von Julio Puyol y Alonso, in: Boletín de la Real Academia de la Historia. Vol. 76 (1920), § 15, S. 121. Vgl. Reilly (1988), § 2, S. 20. Für den Todestag Alfons’ VI. sind drei unterschiedliche Datierungen überliefert. Dieser Artikel folgt jenen der zwei in Toledo anwesenden Augenzeugen, den zuvor genannten Bischof Pelayo und Anonymus von Sahagún. Die Historia Compostelana wie auch die Chronicon Compostellanum nennen den 29. Juni, hrsg. von Enríque Flórez, in: España Sagrada. Bd. 20 (1765), S. 96 bzw. 611. Die Anales Toledanos I geben den 30. Juni an, hrsg. von Enríque Flórez, in: España Sagrada. Bd. 23 (1767), S. 386. Vgl. Reilly (1988), § 17, S. 363, Anm. 62.