Ali-Mausoleum

Das Ali-Mausoleum in Masar-e Scharif (Provinz Balch) aus dem 15. Jahrhundert, auch Blaue Moschee oder Rauza, gilt (hauptsächlich in der afghanischen Bevölkerung selbst) als Begräbnisstätte des ʿAlī ibn Abī Tālib, des Schwiegersohns Mohammeds und einer der wichtigsten Persönlichkeiten des Islam. Masar-e Scharif (persisch مزار شريف, DMG Mazār-i Šarīf) bedeutet „Schrein des Edlen“. Das imposante Mausoleum des Heiligen gehört zu den schönsten Moscheen der Welt und ist die bedeutendste Wallfahrtsstätte Afghanistans.

Unter Historikern ist es aber höchst umstritten, ob ʿAlī ibn Abī Tālib, der erste Imam der Schiiten, tatsächlich in dieser Gegend begraben ist. Überdies existiert eine Heiligenlegende schon aus vorislamischer Zeit, denn es wird auch vermutet, dass es sich hierbei ursprünglich um die Begräbnisstätte des altpersischen Propheten Zarathustra handele, der hier möglicherweise lebte und wirkte. Demgegenüber gilt die Imam-Ali-Moschee in Nadschaf im Irak als Begräbnisstätte des ʿAlī ibn Abī Tālib.

Im Zuge der Erdbeben in Afghanistan ereignete sich am 3. November 2025 ein Beben mit einer Stärke von 6,3, mit dem Epizentrum südwestlich von Cholm in 28 km Tiefe. Auch Masar-e Scharif wurde stark betroffen, wobei die Blaue Moschee beschädigt wurde.

  1. Gatis Pavils: Shrine of Ali, Mazar-i-Sharif (Blue Mosque). 2. März 2015, abgerufen am 20. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. Warwick Ball: Archaeological Gazetteer of Afghanistan. Oxford University Press, ISBN 978-0-19-927758-2, S. 253 (englisch, 682 S.).
  3. Norden von Afghanistan: Tote und Verletzte nach schwerem Erdbeben. tagesschau.de, 3. November 2025.