allochthon (Ethnologie)

Das Gegensatzpaar autochthon und allochthon (χθών chthōn, deutsch Erde sowie altgriechisch ἄλλος állos, deutsch anders bzw. αὐτός autós ‚selbst‘) bezeichnet in den Sozialwissenschaften im allgemeinen Sinne die Herkunft von Personen und Gemeinschaften. Als autochthon bezeichnet man Bevölkerungsgruppen, die innerhalb ihres Gebietes (endogen) aufgrund politisch-historischer Prozesse entstanden sind; diese Bezeichnung ist vor allem im Französischen gleichbedeutend mit dem Terminus „indigene Völker(peuples autochtones). Das Gegenteil allochthon (Substantiv: Allochthone) bezeichnet Personen bzw. Bevölkerungen mit einer gebietsfremden sozialen Herkunft oder Abstammung. Allochthone Minderheiten entstehen außerhalb ihres eigenen Gebietes (exogen) aufgrund von Wanderungen, Vertreibungen oder Arbeitsmigration.

  1. Uta Helfrich, Claudia Maria Riehl (Hrsg.): Mehrsprachigkeit in Europa – Hindernis oder Chance? (= Pro Lingua. Band 24). Egert, Wilhelmsfeld 1994, ISBN 3-926972-41-6, S. 2.