Amalgam

Ein Amalgam (über Mittellatein amalgama „Quecksilberlegierung“ und arabisch al-malǧam „erweichende Salbe“ aus altgriechisch μάλαγμα málagma „Weichmacher, verformbares Material“, dieses von μαλακός malakós „weich“) ist in der Chemie eine Legierung des Quecksilbers. Als Amalgam im weiteren Sinne werden oft auch nicht (ohne weiteres) umkehrbare Vermischungen anderer Stoffe bezeichnet, meist die Legierung mehrerer Metalle. Im übertragenen Sinne werden als Amalgam auch Mischungen unterschiedlicher Begriffe, Ideen, Kulturen oder Traditionen bezeichnet.

Da viele Metalle in Quecksilber löslich sind, gibt es sehr viele Amalgame. Einige Metalle wie zum Beispiel Eisen sind keine Amalgambildner. Amalgame mit hohem Quecksilberanteil sind bei Raumtemperatur oft wie das Quecksilber selbst flüssig, bei geringerem Quecksilbergehalt sind sie fest.

In der klassischen Alchemie wird die Amalgamierung („Koagulation“ beziehungsweise lateinisch coagulatio) des Quecksilbers mit anderen Metallen oft mit der körperlichen Vereinigung verglichen. Die Coagulatio diente dem Verfestigung von Substanzen und stellte laut dem französischen Alchemisten Antoine-Joseph Pernety die zweite Stufe jedes alchemistischen Prozesses dar und wurde mit dem Tierkreiszeichen Stier assoziiert. Dieser Stufe folgte die fixatio. Als alchemistisches Lexem ist mittellateinisch amalgama seit dem 13. Jahrhundert belegt.

  1. Jörg Barke: Die Sprache der Chymie: am Beispiel von vier Drucken aus der Zeit zwischen 1574-1761. (= Germanistische Linguistik. 111). Tübingen 1991, S. 357–358.
  2. Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 49–51.