Anatomisches Theater
Anatomisches Theater (lateinisch Theatrum anatomicum; von griechisch theatron, ‚Schaubühne‘) bezeichnet einen Raum oder Hörsaal mit tribünenartiger Anordnung der Zuschauerplätze und freier Sicht auf einen Tisch, auf dem anatomische Demonstrationen bzw. Sektionen (Zergliederungen) stattfanden. Der im 16. und 17. Jahrhundert auch als Buchtitel (vgl. Caspar Bauhin) verwendete Begriff war als Terminus im 18. und 19. Jahrhundert gebräuchlich. Die Namensgebung nimmt Bezug auf die mit dem Sektionstisch versehene „Bühne“, von der sich ringsherum, ähnlich einem Amphitheater, die Sitzreihen für die Zuschauer erheben.
- ↑ Christoph Schweikardt: Anatomisches Theater. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 61.
- ↑ Kortüm: Anatomie-Gebäude in Göttingen. In: Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 22, 1882, S. 189 (zlb.de).
- ↑ Im Meyers 1905 noch lemmatisiert, als „… bühnenartig gebauter Hörsaal für anatomische Vorlesungen (siehe Anatomie)“.