Anfelderung
Anfelderung bezeichnet in der Geodäsie den Prozess der Zusammenführung und Anpassung von geodätischen Vermessungsnetzen aus benachbarten Regionen oder Ländern zu einem größeren, einheitlichen geodätischen Netzwerk. Dieser Begriff wurde von Karl Ledersteger um 1940 geprägt. Ziel der Anfelderung ist es, unterschiedliche, regional getrennte Messnetze zu einem kohärenten, global nutzbaren geodätischen System zu vereinigen.
Voraussetzung für die Durchführung einer Anfelderung ist eine geometrische Überschneidung der benachbarten Netze, wobei an den Grenzen der Regionen „identische Punkte“ vorliegen müssen, die in beiden Netzen erfasst sind, beispielsweise an Landesgrenzen.
Die Anfelderung ist ein wichtiger Schritt bei der Schaffung und Pflege von geodätischen Referenzsystemen, die für viele Anwendungen in der Vermessung, Kartografie, Navigation und Geoinformationssystemen (GIS) erforderlich sind. Sie gewährleistet, dass geodätische Messungen über Länder- und Regionsgrenzen hinweg kompatibel sind und ermöglicht die präzise Bestimmung von geographischen Positionen auf globaler Ebene.