Animalischer Magnetismus
Animalischer Magnetismus, auch Mesmerismus genannt, ist die Bezeichnung für eine im 18. Jahrhundert behauptete, dem Magnetismus analoge Kraft am Menschen, die von Franz Anton Mesmer (1734–1815) propagiert wurde. Der Begriff leitet sich vom lateinischen animal („Geschöpf, Lebewesen, Tier“) her. Mesmer selbst sprach auch vom „tierischen Magnetismus“, der in der Lage sei, eine durch die Störung der Lebenskraft verursachte Krankheit zu heilen. Die davon abgeleitete Heilmethode (genannt auch Hypnotismus), die auch Hypnosetechniken einsetzte („Mesmerisieren“), erfuhr zwischenzeitlich große öffentliche Beachtung. François Roustang sieht im animalischen Magnetismus „die Geburtsstunde der Hypnose“. Sie war zeitgenössisch von erheblicher medizinischer und geisteswissenschaftlicher Bedeutung. Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Konzept zunehmend als unwissenschaftlich verworfen. Nachfolgetechniken haben, abgesehen von der Hypnose, randständige Bedeutung im alternativmedizinischen Bereich und der Esoterik.
- ↑ Vgl. etwa August Forel: Der Hypnotimus, seine psychologische, psychophysiologische und therapeutische Bedeutung oder die Suggestion und Psychotherapie. 5., umgearbeitete Auflage. Ferdinand Enke, Stuttgart 1907.
- ↑ G. F. W. Hegel, Le magnétisme animal. Naissance de l’hypnose, (übersetzt mit einer Einführung v. François Roustang), PUF, 2005.
- ↑ François Roustang, Was ist das - die Hypnose? (Hrsg.: Patricia Auer, Armin Weinrath), Turia + Kant, Wien/Berlin, 2025