Anne Boleyn

Anne Boleyn [ˈbʊlɪn, bʊˈlɪn] (* 1501 oder 1507, wahrscheinlich in Blickling Hall (Norfolk); † 19. Mai 1536 in London) war die zweite der sechs Ehefrauen Heinrichs VIII. und von 1533 bis 1536 Königin von England.

Ihre Weigerung, sich dem König als Mätresse hinzugeben, führte zu dessen Scheidung von Katharina von Aragon und war einer der Auslöser für die Entstehung der anglikanischen Kirche durch Trennung der Kirche Englands von Rom. Doch wie auch Katharina gebar sie Heinrich VIII. nicht den erhofften männlichen Erben. Anne Boleyn fiel in Ungnade und wurde wegen vorgeblichen Ehebruchs und Hochverrats am 19. Mai 1536 enthauptet. Ihre Tochter Elisabeth I. (geboren 1533) indessen bestieg 1558 den englischen Thron und zählt zu den bedeutendsten und am längsten regierenden Monarchen Englands.

Annes Cousine Catherine Howard wurde vier Jahre nach Annes Tod die fünfte Ehefrau Heinrichs und 1542 wegen angeblichen Ehebruchs enthauptet.

  1. Der Name Boleyn wird in mittelalterlichen englischen Dokumenten auch „Bullen“ geschrieben. Dieser Schreibung entspricht auch die Lautung des Namens. Ein Vorfahr der Boleyn-Familie war Geoffrey Bullen, der 1457 Lord Mayor von London und geadelt wurde. Er kaufte Blickling Hall in Norfolk und Hever Castle in Kent, die durch Erbfolge an Annes Vater Thomas Boleyn fielen. Anne selbst nannte sich immer Boleyn, wahrscheinlich, weil diese Schreibweise in der Familie schon seit längerem gebräuchlich war und der französischen Lautung des Familiennamens am nächsten kam.