Antigendemaskierung

Mit Antigendemaskierung, Epitop-Demaskierung oder Antigen-Retrieval wird in der Biochemie und Immunhistochemie das Vorgehen bezeichnet, mit der die verlorengegangene Immunreaktivität von formalinfixiertem und paraffineingebettetem Gewebe (FFPE) teilweise wiederhergestellt werden kann. Dabei werden Kombinationen aus enzymatischen Verdau in sogenannten Retrieval-Lösungen mit Dampfhitze oder Mikrowellenöfen angewendet. Sie ist eine Methode zur Renaturierung von Antigenen.

Durch die Fixierung von Gewebe und Zellen werden die Proteine miteinander quervernetzt und teilweise auch modifiziert. Einige Epitope werden dann von ihrem zugehörigen Antikörper nicht mehr erkannt. Die „Antigenität“ des Proteins wird durch den Fixierungsprozess teilweise oder ganz zerstört. Die Quervernetzungen (Maskierungen) können durch die Antigendemaskierung zum Teil wieder rückgängig gemacht werden. Für eine Immunfärbung wird das Paraffin in FFPE-Geweben mit Xylol extrahiert. Mit einer absteigenden alkoholischen Reihe werden mit mehreren Lösungen absteigender Konzentrationen von Ethanol in Wasser das Gewebe hydrophilisiert, sodass anschließend die Immunfärbung mit wässrigen Lösungen erfolgen kann. Bei einer Extraktion von Proteinen werden FFPE-Gewebe vor einer Extraktion meistens auf 100 °C erhitzt.

  1. Gudrun Lang: Histotechnik. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-1190-1, Kapitel 8.3.2.3 Reagenzien.
  2. S. R. Shi, Y. Shi, C. R. Taylor: Antigen retrieval immunohistochemistry: review and future prospects in research and diagnosis over two decades. In: The journal of histochemistry and cytochemistry: official journal of the Histochemistry Society. Band 59, Nummer 1, Januar 2011, ISSN 1551-5044, S. 13–32, doi:10.1369/jhc.2010.957191, PMID 21339172, PMC 3201121 (freier Volltext).