Antike Judenfeindschaft
Antike Judenfeindschaft bezeichnet eine Judenfeindlichkeit in der antiken Geschichte Israels. Diese schlug sich seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. im Tanach und außerbiblischen Quellen nieder, etwa der vermutlich legendarischen Figur des persischen Judenverfolgers Haman im Buch Esther. Antiochos IV. verfolgte von 168 bis 164 v. Chr. die jüdische Religion in Judäa, jedoch regional und zeitlich begrenzt und erfolglos.
In der Römischen Kaiserzeit führte der „Systemkonflikt“ des Judentums mit dem antiken Herrscherkult in Alexandria zu einem schweren Judenpogrom (39 n. Chr.). Die teils gewaltsame römische Religionspolitik und ökonomische Ausbeutung führte zu einer Reihe erfolgloser jüdischer Aufstände. Die Römer zerstörten den zweiten Jerusalemer Tempel (70 n. Chr.), vertrieben Juden massenhaft aus der Provinz Syria Palaestina oder versklavten sie und verboten ihnen strikt die Wiederansiedlung in Jerusalem (136 n. Chr.).
Seit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion (bis 380) wurde die Abwertung des Judentums und Unterdrückung jüdischer Minderheiten in der Geschichte Europas zum verbreiteten Dauerzustand.
Antike Judenfeindschaft gilt in der Antisemitismusforschung als eine der historischen Wurzeln des Antijudaismus und des Antisemitismus.
- ↑ Werner Bergmann: Geschichte des Antisemitismus. 3., durchgesehen Auflage, Beck, München 2006, ISBN 3-406-47987-1, S. 9