Antonio Priuli

Antonio Priuli (* 10. Mai 1548 in Venedig; † 12. August 1623 ebenda) war, folgt man der staatlich gesteuerten Geschichtsschreibung der Republik Venedig, ihr 94. Doge. Er war von seiner Wahl am 17. Mai 1618 bis zu seinem Tod über fünf Jahre im Amt.

Erst bei seiner fünften Kandidatur zu diesem höchsten Staatsamt war Antonio Priuli erfolgreich. Zuvor hatte er rund ein halbes Jahrhundert lang zahlreiche Ämter inne, in die er gewählt worden war. Er wurde 1601 Sonderbotschafter in Frankreich, 1603 Prokurator von San Marco. Damit gelangte er in das zweithöchste Amt nach dem des Dogen, wie üblich auf Lebenszeit, was unter den zahlreichen Ämtern in Venedig eine äußerst seltene Ausnahme darstellte. Schließlich übernahm er einmalig einen militärischen Posten, als er für die Terraferma zuständig wurde, das venezianische Gebiet in Oberitalien.

Auch spielte er bei den Verhandlungen mit den österreichischen Habsburgern um die Beendigung des Uskokenkrieges eine wesentliche Rolle. Seine Regierungszeit stand, wie die seiner Vorgänger, im Zeichen von Spannungen mit den spanischen Habsburgern und den Päpsten. Bedingt durch die Verflechtung seiner Familienpolitik mit der der Kurie galt er als Anhänger des Papstes, als papalista. Doch diese Verbindung wurde zerstört, als sich der Papst über venezianische Gesetze hingwegsetzte und Matteo, der Sohn des Dogen, auf sein hohes Kirchenamt verzichten musste.