Arbeit 4.0
Der Begriff Arbeit 4.0 schließt an die Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, legt dabei aber den Schwerpunkt auf Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse – nicht nur im industriellen Sektor, sondern in der gesamten Arbeitswelt. Die Gesellschaft steht insofern vor der Herausforderung, dass technologischer Fortschritt nicht ausgebremst werden darf (kann), selbiger aber auch nicht dazu führen soll, dass Schutzstandards und Wesentlichkeiten der Arbeitswelt keine Berücksichtigung mehr finden.
Zusammenfassend kann der Begriff damit beschrieben werden, dass die zum Teil heute schon gelebten Arbeitsweisen, vor allem aber die in den nächsten Jahren aufkommenden Arbeitsweisen, von den mit der Organisation von Arbeit betrauten Verantwortlichen an die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Welt angepasst werden. In diesem Zusammenhang umspannt Arbeit 4.0 den Veränderungsprozess der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter. Obwohl die Themenfelder der Arbeit 4.0 zum Teil nicht neu erscheinen, haben sie in der heutigen Arbeitswelt eine neue Relevanz, da sich durch den rasanten technischen Fortschritt die Arbeit selbst und mit ihr die Anforderungen an die Erwerbstätigen grundlegend ändern. Das bedeutet, dass die Bündelung dieser veränderten Arbeitsbedingungen erst durch die neuen technologischen Entwicklungen vermehrt in den Vordergrund tritt.
Der Begriff Arbeit 4.0 kann daran anknüpfend definiert werden, als „die zunehmend digitalisierte, flexible und entgrenzte Form des Arbeitens. Sie betrifft nicht nur die Veränderung in der Arbeitsverrichtung an sich, sondern führt zu einer Reogranisation von Arbeitsformen und Arbeitsverhältnissen in vielen Bereichen. Dazu gehört beispielsweise eine erhöhte Subjektivierung, Individualisierung, Partizipation und Demokratisierung bei Entscheidungen, welche die Arbeit betreffen“ (S. 131).
- ↑ Jens Günther, Matthias Böglmüller: Arbeitsrecht 4.0 – Arbeitsrechtliche Herausforderungen in der vierten industriellen Revolution. In: NZA • Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht. 33. Jahrgang. C.H. Beck, 2015, ISSN 0943-7525, S. 1025.
- ↑ Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.: DGUV - Prävention - Arbeiten 4.0. In: www.dguv.de. Abgerufen am 16. Januar 2017.
- ↑ Glossar | Arbeiten 4.0. In: www.arbeitenviernull.de. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, abgerufen am 16. Januar 2017.
- ↑ Ralf Steffan zur Fussnote: Arbeitszeit(recht) auf dem Weg zu 4.0. In: NZA • Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht. 33. Jahrgang. C.H. Beck, 2015, ISSN 0943-7525, S. 1409.
- ↑ Ute Poethke, Kai Niclas Klasmeier, Mathias Diebig, Nele Hartmann, Jens Rowold: Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung zentraler Merkmale der Arbeit 4.0. In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A&O. 3. Juli 2019, ISSN 0932-4089, doi:10.1026/0932-4089/a000298 (hogrefe.com [abgerufen am 12. Dezember 2025]).
- ↑ Ute Poethke, Kai Niclas Klasmeier, Mathias Diebig, Nele Hartmann, Jens Rowold: Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung zentraler Merkmale der Arbeit 4.0. In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A&O. 3. Juli 2019, ISSN 0932-4089, doi:10.1026/0932-4089/a000298 (hogrefe.com [abgerufen am 12. Dezember 2025]).