Armillarsphäre

Die Armillarsphäre (lateinisch armilla „Armreif“, sphaera „Kugel“) ist ein astronomisches Gerät. Es ist zwischen der antiken Armillarsphäre (auch sphärisches Astrolab genannt) und der mittelalterlichen Armillarsphäre zu unterscheiden. Die antike Erfindung war ein Messgerät der Astrometrie, das heißt, dass damit die Position von Himmelskörpern vermessen wurde. Die mittelalterlichen Modelle wurden nur zur didaktischen Visualisierung des Himmels gebaut und hießen daher auch Weltmaschinen, mit denen die Bewegung der Himmelskörper dargestellt wurden. Sie wurden zuerst von arabischen Astronomen nach antiken Vorbildern angefertigt. In Europa kamen sie jedoch erst in der frühen Neuzeit in Gebrauch.

Die Armillarsphäre besteht aus mehreren Metallringen, deren Mitten sich alle in einem gemeinsamen Punkt befinden. Bei der antiken Version ist jeder Ring unabhängig von den anderen um eine in der Ringebene liegende und durch den Mittelpunkt gehende Achse drehbar. Der äußerste der Ringe ist drehbar in einem Gestell gelagert. Beim mittelalterlichen Modell sind die Ringe fest miteinander verbunden und deuten eine Kugel (die Himmelskugel) an. Diese ist in einem äußeren Gestell, das im Wesentlichen aus einem Meridianring und dem Horizontring besteht, um die Himmelsachse drehbar.

Das mittelalterliche Modell hat eine symbolische Erdkugel in der Mitte, um den Beobachter zu repräsentieren. Das antike Messgerät hat eine leere Mitte und an einem der inneren Ringe (dem Messring) zwei Absehen oder Korn und Kimme zum Anpeilen des zu vermessenden Objekts (vergleiche Ptolemäus’ Buch über Geographie und seinen Almagest).

  1. Ralf Kern. Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 1: Vom Astrolab zum mathematischen Besteck. Köln, 2010. S. 227.