Atemgymnastik

Als Atemgymnastik bezeichnet man Übungen, die die Lunge besser belüften und Selbstreinigungsprozesse der Atemwege anstoßen und damit einer Fehlatmung vorbeugen. Sie gehört zu den Aufgaben der Physiotherapie, der Logopädie und der Gesundheits- und Krankenpflege und ist ein Teil der Pneumonieprophylaxe.

Voraussetzungen, um Atemgymnastik effizient durchzuführen, sind eine Umgebung mit frischer Luft und bei Bedarf, also bei zu erwartenden Schmerzen, die Verabreichung von schmerzstillenden Medikamenten nach Anordnung durch den Arzt. Eine ihrer Grundlagen ist die möglichst frühe Mobilisation auch während und nach schweren Erkrankungen je nach Belastungsfähigkeit, etwa durch Aufsetzen, Aufstehen oder Gehen. Mit einer vorhergehenden Inhalation wird dafür gesorgt, dass während des Trainings die Atemwege möglichst sekret- und schleimfrei sind. Sind Operationen geplant, beginnt das Training schon davor, damit die Techniken nicht erst erlernt werden müssen, wenn der Patient ohnehin von einer Operation geschwächt ist, und auch um ihm einen wieder zu erreichenden Referenzwert zu liefern. Atemgymnastik sollte möglichst häufig, durchaus stündlich, über den Tag verteilt betrieben werden, eine Übungseinheit besteht für gewöhnlich aus zehn Wiederholungen. Unterschieden werden einfache Atemgymnastikübungen von solchen der PEP-Atmung (positive expiration pressure).

  1. Nicole Menche (Hrsg.): Pflege Heute. Elsevier, Urban & Fischer, München. 2011.
    1. 1 2 S. 305.
    2. S. 307.