Außenbandruptur des oberen Sprunggelenkes
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| S93.2 | Traumatische Ruptur von Bändern in Höhe des oberen Sprunggelenkes und des Fußes |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Das Außenband des oberen Sprunggelenkes setzt sich zusammen aus drei Bändern (der „laterale Bandapparat“): Ligamentum fibulotalare anterius und posterius sowie Ligamentum fibulocalcaneare. Beim Umknicken nach außen (Supinationstrauma) kommt es meist zur Zerrung oder zu einem Riss (Ruptur) des Lig. fibulotalare anterius oder/und des Lig. calcaneofibulare; seltener ist die komplette Ruptur aller drei Bänder.
Eine Ruptur von mindestens einem dieser drei Bänder nennt man auch eine fibulare Bandruptur.
Das Ligamentum fibulotalare anterius reißt am ehesten dann, wenn der Fuß zugleich gestreckt (Plantarflexion) und verdreht (Inversion) ist. Ist der Fuß bei einer Verdrehung angewinkelt (Dorsalextension), bleibt dieses Band zumeist intakt.
Bei Bänderrissen können die enormen Kräfte, die zugleich auf umliegende Weichteile und Knochen einwirken, zu Malleolarfrakturen oder zu knöchernen Bandausrissen (Abrissfrakturen) führen.
- ↑ Jörg Jerosch: Operative Therapie von Fuß und Sprunggelenk: Fußchirurgie in Klinik und Praxis, Deutscher Ärzteverlag, 2009, ISBN 978-3-7691-0488-2. S. 287.
- ↑ Stacie I. Ringleb, Ajaya Dhakal, Claude Anderson, Sebastain Bawab, Rajesh Paranjape: Effects of lateral ligament sectioning on the stability of the ankle and subtalar joint. In: Journal of Orthopaedic Research. Band 29, Nr. 10, 1. Oktober 2011, ISSN 1554-527X, S. 1459–1464, doi:10.1002/jor.21407 (englisch): “If the foot is plantar-flexed while the inversion sprain occurs, the anteriortalofibular ligament (ATFL) is usually torn. Conversely, if the foot is dorsiflexed, the ATFL usually remains intact.”