Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung

Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung
„Araberaufstand“

Nordostküste des späteren Deutsch-Ostafrika
(um 1888, zu Beginn des Küstenaufstandes)
Datum etwa August 1888 bis etwa April 1890
Ort vorwiegend sansibarischer Festlandstreifen (Mrima)
Casus Belli Hissung der DOAG-Flagge an Küstenorten
Ausgang deutscher Sieg
Folgen Festigung der deutschen Kolonialherrschaft: Reichsverwaltung, Truppenaufstellung
Konfliktparteien

Ostafrikanische Küstenbevölkerung:

  • Küstenaraber
  • Schirazi

Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft
Deutsches Reich Deutsches Kaiserreich:

  • Marine-Verbände
  • Wissmann-Truppe

Seeblockade unterstützt von:
Vereinigtes Konigreich 1801 Vereinigtes Königreich
Dritte Französische Republik Frankreich
Italien 1861 Königreich Italien
Portugal Portugal

Befehlshaber
Bwana Heri
Truppenstärke
ca. 600–800
(Buschiris Truppen 1889)
ca. 800
(Wissmann-Truppe 1889)

Der Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung (in deutschen Quellen auch Araberaufstand) in den Jahren 1888–1890 war eine Widerstandsbewegung gegen den Versuch der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG), ihre Herrschaft über den zu Sansibar gehörenden Küstenstreifen des heutigen Tansania auszuweiten. Angeführt wurde der Aufstand unter anderem von dem lokalen Sklavenhalter Buschiri bin Salim. Die lokale arabisierte Oberschicht betrieb seit Jahrhunderten Sklavenhandel, das deutsche Kaiserreich hingegen legitimierte seine Kolonialbestrebungen auch mit dem Kampf gegen die Sklaverei. Getragen wurde der Aufstand teilweise aber auch von bisher versklavten Bevölkerungsgruppen, die neue, sklavereiähnliche Zustände unter deutscher Herrschaft fürchteten.

Der Aufstand führte rasch zum Zusammenbruch der DOAG, die die Hilfe des Deutschen Reiches erbat und schließlich ihre Ansprüche an den deutschen Staat abtrat. Dies führte zur Gründung der Kolonie Deutsch-Ostafrika.

  1. Rochus Schmidt: Deutschlands Kolonien. Bd. 1, Berlin: Verlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund, 1898, S. 71.
  2. Bernd G. Längin: Die deutschen Kolonien. Hamburg/Berlin/Bonn: Mittler, 2005, ISBN 3-8132-0854-0, S. 179.