Auger-Meitner-Effekt

Der Auger-Meitner-Effekt oder Auger-Effekt, benannt nach Pierre Auger [oʒe-] und Lise Meitner, ist ein sog. strahlungsloser Übergang in der Elektronenhülle eines angeregten Atoms. Voraussetzung ist, dass innerhalb eines Atoms in einer inneren Elektronenschale ein unbesetzter Elektronenzustand (Loch) vorliegt. Wird er durch ein Elektron aus einer äußeren Schale wieder besetzt, kann die freiwerdende Energie auf ein anderes Elektron desselben Atoms übertragen werden, so dass dieses als Auger-Elektron das Atom verlässt. Diesen Effekt hatte vier Jahre vor Auger bereits Lise Meitner beschrieben, jedoch wurde ihre Arbeit wenig beachtet. Da beide Forscher den Effekt unabhängig voneinander identifiziert haben, wird der Effekt in einigen neueren Publikationen als Auger-Meitner-Effekt bezeichnet.

Anwendung findet der Effekt unter anderem bei der Augerelektronenspektroskopie (AES).

  1. Pierre Auger: Sur les rayons β secondaires produits dans un gaz par des rayons. In: Comptes Rendus. Band 180, 1925, S. 65 (Digitalisat auf Gallica).
  2. Pierre Auger: Sur L’effet Photoélectrique Composé. In: Journal de Physique et Le Radium. Nr. 6, 1925, S. 205–208 (französisch, archives-ouvertes.fr [PDF; 670 kB]).
  3. Pierre Auger: L'effet photoélectrique. Dissertation, Universität Paris, 1926.
  4. 1 2 3 Lise Meitner: Über die β-Strahl-Spektra und ihren Zusammenhang mit der γ-Strahlung. In: Zeitschrift für Physik A Hadrons and Nuclei. Nr. 11, 1922, ISSN 0939-7922, S. 35–54, doi:10.1007/BF01328399.
  5. Demetrios Matsakis, Anthea Coster, Brenda Laster, Ruth Sime: A renaming proposal: “The Auger–Meitner effect”. In: Physics Today. Band 72, Nr. 9, 2019, S. 10–11, doi:10.1063/PT.3.4281 (englisch).