Ausdrucksverhalten
Ausdrucksverhalten ist ein Fachbegriff der Verhaltensbiologie. Er bezeichnet alle Verhaltensmuster, „die den Charakter eines Auslösers haben und der innerartlichen (gelegentlich auch der zwischenartlichen) Verständigung dienen.“ Synonyme dafür sind Gemütsbewegungen (so bei Georg Ernst Stahl) oder Display (jüngerer Begriff).
Diese Verhaltensmuster sind entweder im stammesgeschichtlichen Prozess der innerartlichen Verständigung durch Körpersprache entstanden oder haben sich in Auseinandersetzung mit anderen, konkurrierenden Arten herausgebildet. Als soziale Signale zeigen sie die Gestimmtheit eines Tieres an und beeinflussen so das Verhalten von Individuen der gleichen oder einer anderen Art. Das Ausdrucksverhalten eignet sich daher auch, um situationsabhängig die emotionale Befindlichkeit bei Haustieren zu erfassen.
- ↑ Stichwort Ausdrucksverhalten in: Klaus Immelmann: Grzimeks Tierleben, Ergänzungsband Verhaltensforschung. Kindler Verlag, Zürich 1974, S. 622.
- ↑ Bernward Josef Gottlieb (Hrsg.): Georg Ernst Stahl: Über den mannigfaltigen Einfluß von Gemütsbewegungen auf den menschlichen Körper (Halle 1695) / Über die Bedeutung des synergischen Prinzips für die Heilkunde (Halle 1695) / Über den Unterschied zwischen Organismus und Mechanismus (Halle 1714) / Überlegungen zum ärztlichen Hausbesuch (Halle 1703). Leipzig 1961 (= Sudhoffs Klassiker der Medizin. Band 36.).
- ↑ Ausdrucksverhalten zur Beurteilung von Befindlichkeiten bei Pferden. Auf: vetline.de, Zusammenfassung einer Studie aus Dtsch.tierärztl.Wschr. Band 114, Nr. 3, 2007, S. 91–97.