Ausweisung von Asiaten aus Uganda

Die Ausweisung von Asiaten aus Uganda im Jahr 1972 bezeichnet die von Präsident Idi Amin am 4. August 1972 angekündigte und binnen 90 Tagen durchgesetzte Vertreibung der überwiegend südasiatischstämmigen Minderheit; sie wurde durch Dekrete vom 9. August und 25. Oktober rechtlich abgesichert und administrativ umgesetzt. Schätzungen zufolge waren zwischen 55.000 und 80.000 Angehörige der südasiatischen Minderheit betroffen, wobei zeitgenössische und spätere Angaben variieren. Amin erklärte zunächst, die Maßnahme richte sich gegen Nicht-Staatsbürger, verband dies aber bald mit einer strikten Überprüfung von Staatsbürgerschaftsansprüchen, in deren Verlauf zahlreichen als ugandische Staatsbürger geltenden Asiaten der Status aberkannt wurde. Zugleich kündigte die Regierung die entschädigungslose Einziehung asiatisch geführter Betriebe und Vermögen an. Die Ausweisung löste eine internationale Aufnahmewelle, umfangreiche Vermögensverschiebungen im Land und bis in die 1990er-Jahre reichende Restitutionsprozesse aus.

  1. 1 2 Kotecha, K. C. (1975). The Shortchanged: Uganda Citizenship Laws and How They Were Applied to Its Asian Minority. International Lawyer, 9(1), 1–30.
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  6. Hundle, A. K. (2018). 1970s Uganda: The Past, Present, and Future of Idi Amin’s ‘Economic War’. Journal of Asian and African Studies, 53(3), 461–478.