Bäuerliche Landwirtschaft

Bäuerliche Landwirtschaft ist eine Tautologie (Landwirtschaft wird per definitionem von Bauern ausgeübt). Es handelt sich um ein Politisches Schlagwort oder Leitbild und beschreibt ein Ideal der Landwirtschaft, die als Kontrast zu einer rein auf ökonomischen Gewinn und Produktivität ausgerichteten industriellen Landwirtschaft beschrieben wird. Bedingt durch die unterschiedlichen Interessengruppen, die den Begriff „bäuerlich“ verwenden, ist eine klare Definition und Abgrenzung von industrieller und bäuerlicher Landwirtschaft schwierig. Ein analoges Schlagwort ist Bäuerlicher Familienbetrieb. Vielfach wird das politische Schlagwort der Agrarfabrik als Gegenmodell beschrieben. Einer solchen „Bäuerlichen Landwirtschaft“ werden eine Reihe von positiven Eigenschaften, darunter vor allem Umweltverträglichkeit, zugeschrieben. Es kann aber nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass „Bäuerliche Landwirtschaft“ diese Ziele besser erreicht, als andere Organisationsformen der Landwirtschaft.

  1. Frank Uekötter: Die Wahrheit ist auf dem Feld: Eine Wissensgeschichte der deutschen Landwirtschaft, 3 Auflage, 2012, ISBN 9783647317052, S. 58 online
  2. Beispielsweise im Weltagrarbericht (online (Memento vom 10. November 2012 im Internet Archive))
  3. Beispielsweise als Leitbild des Deutschen Bauernbundes: „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“
  4. Konrad Hagedorn: Das Institutionenproblem in der agrarökonomischen Politikforschung, Band 72 von Schriften zur angewandten Wirtschaftsforschung, ISSN 0582-0286, 1996, ISBN 9783161464553, S. 322, online