Böhmische Blasmusik

Als böhmische Blasmusik (tschechisch Česká dechovka), mährische Blasmusik (Moravská dechovka) oder zusammenfassend böhmisch-mährische Blasmusik bezeichnet man die ursprünglich aus Böhmen und Mähren stammende Blasmusik, die heute insbesondere auch im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. Sie ist durch den charakteristischen Klang von Polkas, Walzern und Märschen geprägt. Diese Tradition der Blasmusik, mit einer spezifischen böhmischen Besetzung, entwickelte sich im 19. Jahrhundert und hat ihre Wurzeln in der tschechischen Volksmusik.

Typisch für den Klang sind eine harmonische, oft zweistimmige Melodieführung (Flügelhorn), rhythmische Begleitsynkopen (Klarinetten oder Tenorhörner) und der Kontrast von Weichheit und akzentuierter Schärfe der Blechbläser. Unterschiede zwischen der böhmischen und der mährischen Blasmusik bestehen einerseits in der Besetzung und andererseits in der Spielweise. Michael Klostermann sieht die „böhmische Blasmusik“ als Oberbegriff.

Böhmische Blasmusik wird neben Tschechien auch in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland bei festlichen Anlässen, Volksfesten, Konzerten und Festivals gerne gespielt und hat sich durch Einwanderer auch nach Amerika verbreitet.

  1. 1 2 Böhmische Blasmusik. In: bemusico. 7. Februar 2024, abgerufen am 7. Januar 2026.
  2. Karl Michael Komma: Das böhmische Musikantentum (= Die Musik im alten und neuen Europa. Band 3). Hinnenthal, Kassel 1960, DNB 452520533.
    1. S. 78
  3. Michael Klostermann: Halbböhme. Kompass der Böhmischen Blasmusik. Klostermann Media, Hochstetten-Dhaun 2023, ISBN 978-3-00-076450-9.
    1. S. 17