Büchse
Als Büchse (von mittelhochdeutsch bühse, „Büchse, Dose, Behälter“) bezeichnet man heute ein Jagd- oder Sportgewehr mit gezogenem Lauf. Die Büchse ist von der glattläufigen Flinte zu unterscheiden. Der gezogene Lauf besitzt im Inneren Züge und Felder, welche durch Längsrillen entstehen, die bei der Herstellung in den Lauf gezogen werden. Die über die Lauflänge gedrehten Züge verleihen dem Projektil (der Büchsenkugel) einen Drall, der die Geschossflugbahn stabilisiert. Die Büchse ist demzufolge für den gezielten Fernschuss geeignet, während Flinte und Flintenmunition (Schrotkugeln) für den Gebrauch auf kurze Distanz ausgelegt sind.
Heute werden bei Militär und Polizei gezogene, langläufige Handfeuerwaffen in der Regel als Gewehr bezeichnet. Bis zur Bedeutungseinengung des Begriffs Gewehr (= Bewaffnung) im 18. Jahrhundert bezeichnete man alle langläufigen Handfeuerwaffen (Handrohre, Arkebusen, Musketen, Flinten) als Büchsen. Deren Hersteller waren in Zünften organisiert und hießen Büchsenmeister oder Büchsenmacher.
- ↑ Jakob von Eggers: Büchse. In: Neues Kriegs-, Ingenieur-, Artillerie-, See- und Flotten-Lexikon. Band 1. Dresden 1757, Sp. 410–412.