Bürgereid

Ein Bürgereid ist die Verpflichtung von Neubürgern einer mittelalterlich-frühneuzeitlichen Stadt, sich an die gegebene Rechtsordnung zu halten und die örtliche Regierung zu respektieren. Der Bürgereid war meist die Voraussetzung dafür, die Bürgerrechte einer Stadt zu erhalten. Sein genauer Wortlaut wurde durch die Stadt schriftlich geregelt und oftmals im Stadtbuch oder im Bürgerbuch festgehalten. Der Bürgereid wurde jeweils am Schwörtag abgelegt. Typologisch wird der Bürgereid zu den promissorischen Eiden (Versprechens-Eiden) gezählt.

  1. Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150–1550: Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2014, ISBN 978-3-412-22358-8, S. 212–214.