Baddeleys Arbeitsgedächtnismodell

Das Mehrkomponentenmodell des Arbeitsgedächtnisses (auch modulares Arbeitsgedächtnismodell) wurde 1974 von Alan D. Baddeley und Graham J. Hitch vorgestellt. Es stellt eine Präzisierung der Modellvorstellungen vom Kurzzeitgedächtnis dar.

In den früheren Gedächtnismodellen war man davon ausgegangen, dass es sich beim Kurzzeitgedächtnis um ein einheitliches System handelt, das jeweils nur eine Aufgabe bearbeiten kann. Baddeley und Hitch konnten jedoch in zahlreichen empirischen Untersuchungen nachweisen, dass es möglich ist, mehrere Aufgaben unterschiedlichen Typs (z. B. das Rechnen komplexer Aufgaben oder das Merken von Wortreihen) gleichzeitig auszuführen. Hingegen stellten sie fest, dass mehrere Aufgaben des gleichen Typs (z. B. visuelle Aufgaben) nur sehr schlecht oder gar nicht parallel ausgeführt werden können. Hieraus schlussfolgerten sie, dass das Kurzzeitgedächtnis kein einheitliches System sei, sondern in mehrere Komponenten unterteilt werden könne.

  1. R. C. Atkinson, R. M. Shiffrin: Human memory: A proposed system and its control processes. In: K. W. Spence, J. T. Spence (Hrsg.): The psychology of learning and motivation: Advances in research and theory. Vol. 2, Academic Press, New York 1968, S. 89–195.